Gründungsphase eingeläutet Deutsche Rohstoffallianz vor dem Start

Der Bundesverband der Deutschen Industrie will sein Konzept für eine konzertierte Rohstoffinitiative jetzt in die Tat umsetzen. Anfang des kommenden Jahres soll das Bündnis zur Sicherung der hiesigen Rohstoffversorgung stehen. Eon-Vorstand Dierk Paskert soll Chef werden.
Kohlemine in der Mongolei: Deutsche Industrie will Einkaufsmacht bündeln

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Foto: dpa

Hamburg - Nach jahrelangen Überlegungen will die deutsche Industriebranche Anfang des kommenden Jahres ein Bündnis zur Sicherung von Rohstoffen schmieden. Im Januar beginne die Gründungsphase der "Allianz zur Rohstoffsicherung", teilte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Donnerstag mit; das manager magazin hatte vor einigen Wochen exklusiv von den Plänen dazu berichtet.

Geschäftsführer werde das bisherige Vorstandsmitglied von Eon Energie, Dierk Paskert. Der 50-Jährige werde sein Büro in Berlin haben und ein Team aufstellen, erläuterte ein BDI-Sprecher. Im ersten Quartal solle über die Gesellschaftsform entschieden werden. Die Namen der Gründungsfirmen nannte der Verband nicht, da noch Gespräche mit den Unternehmen liefen. Mehrere Konzerne hatten allerdings bereits angekündigt, das Bündnis zu unterstützen. Dazu gehören ThyssenKrupp , Evonik und BASF .

BDI-Vizepräsident Ulrich Grillo koordiniert das Projekt. Ziel sei die Sicherung der Rohstoffversorgung der deutschen Industrie über Engagements bei Projekten im Ausland. Die Gründungsphase soll etwa ein Jahr dauern, erklärte der BDI-Sprecher. In dieser Zeit sollen das Konzept der Gesellschaft ausgestaltet sowie rechtliche und organisatorische Fragen geklärt werden.

Die Industrie in Deutschland berät seit Jahren darüber, wie sie sich den Zugang zu Rohstoffen besser sichern kann. Dabei geht es etwa um Eisenerz oder seltene Erden. Unternehmen wie ThyssenKrupp haben mangels eigener Erzminen kräftige Preissteigerungen für diese Produkte hinnehmen müssen. Alleine verfügen sie nur über eine sehr begrenzte Einkaufsmacht. Den deutschen Unternehmen stehen mächtige Rohstoffkonzerne wie der brasilianische Vale-Konzern oder BHP Billiton und Rio Tinto aus Australien gegenüber.

kst/rtr

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