Euro-Schuldenkrise EU-Chefs planen Mega-Rettungsfonds

Wie kann die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds erhöht werden? Das ist nur eine der Fragen, die die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf ihrem Gipfel am Freitag beraten wollen. Eine Möglichkeit ist offenbar, die beiden Fonds EFSF und ESM gleichzeitig einzusetzen.
Den Euro schützen: Wenn EFSF und ESM gleichzeitig eingesetzt würden, ließe sich die Schlagkraft verdoppeln

Den Euro schützen: Wenn EFSF und ESM gleichzeitig eingesetzt würden, ließe sich die Schlagkraft verdoppeln

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

New York - Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union überlegen, den europäischen Stabilisierungsfonds EFSF einfach weiterlaufen zu lassen, wenn Mitte 2012 der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft tritt. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf ranghohe EU-Vertreter.

Mit diesem Schritt könnten die europäischen Regierungen die Feuerkraft der Euro-Rettungsversuche nahezu verdoppeln, heißt es weiter in dem Bericht. Der existierende EFSF-Rettungsfonds verfügt mittlerweile über eine Schlagkraft von 440 Milliarden Euro. Dazu kämen die 500 Milliarden Euro des künftigen ESM-Rettungsfonds. Eigentlich sollte die nur als vorübergehende Hilfe geplante EFSF auslaufen, sobald der permanente Fonds in Kraft tritt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten am Montag ihre Pläne zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise vorgelegt. Unter anderem wollen sie den ESM bereits auf 2012 vorziehen. Ursprünglich sollte der dauerhafte Rettungsfonds erst Mitte 2013 starten.

S&P begrüßt deutsch-französische Vorschläge

Der deutsch-französische Plan ist nach Einschätzung von Standard & Poor's vielversprechend und könnte eine Herabstufung der Bonität von Euro-Staaten verhindern. Der EU-Gipfel könne als erfolgreich angesehen werden, wenn die Staats- und Regierungschefs "einige Hinweise auf eine Strategie liefern, die das Wachstum ankurbelt und die Haushalts- und Finanzrisiken aufteilt", sagte der für die Einstufung der europäischen Länder zuständige leitende Direktor der Ratingagentur, Frank Gil. Die Vorschläge Deutschlands und Frankreichs zu einer größeren finanzpolitischen Integration deuteten in die richtige Richtung.

S&P hatte am Dienstag damit gedroht, die Bonität Deutschlands und 14 weiterer Staaten der Euro-Zone sowie die des Rettungsfonds EFSF herabzustufen. Die Warnung von S&P sei nicht dahingehend zu verstehen, dass Zweifel an der Fähigkeit der europäischen Politiker bestünden, die Krise zu lösen. Sie sei vielmehr Ausdruck der Sorge, dass nicht schnell genug gehandelt werde, sagte Gil. Bisher habe die Politik nicht ausreichend auf den Druck auf Staatsanleihen und Privatbanken in Europa reagiert.

mg/rtr/dpa-afx
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