Überraschende Zahlen US-Arbeitsmarkt wächst stärker als erwartet

Hoffnungsvolles Signal für die amerikanische Wirtschaft: Im September wurden in den USA 103.000 Arbeitsplätze mehr gezählt als im Vormonat. Die Hälfte der Zuwächse hatte jedoch einen profanen Grund.
Öl-Pumpen nahe Los Angeles: Rezessionsangst flaut ab

Öl-Pumpen nahe Los Angeles: Rezessionsangst flaut ab

Foto: MARK RALSTON/ AFP

Washington - Kleiner Lichtblick am krisengeschüttelten US-Arbeitsmarkt: Im September seien 103.000 Stellen hinzugekommen, teilte das Arbeitsministerium am Freitag mit. Damit wuchs der Jobmarkt deutlich stärker als erwartet. Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von etwa 60.000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote lag allerdings weiter bei 9,1 Prozent.

Rund die Hälfte der Zuwächse ergab sich durch die Rückkehr von 45.000 Verizon -Beschäftigten an ihre Arbeitsplätze. Die Mitarbeiter des Kommunikationsunternehmens hatten im August gestreikt.

Positiv fielen auch die Korrekturen der Vormonate aus: Im August kamen demnach 57.000 Jobs hinzu. Zuvor hatten die Statistiker Nullwachstum gemeldet. Im Juli wurden 127.000 neue Stellen registriert, nachdem davor von 85.000 die Rede war. Zuwächse gab es im September vor allem im Dienstleistungsbereich, im Gesundheitssektor und im Baugewerbe.

Rezessionsangst flaut ab

Die Stundenlöhne stiegen im September um 0,2 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit erhöhte sich von 34,2 auf 34,3 Stunden. Das gute Ergebnis wird als Zeichen gedeutet, dass die US-Wirtschaft einer Rezession entgeht - trotz des schwachen Sommers. Im August hatte US-Präsident Obama seinen "Job-Wahlkampf" angekündigt.

Die positiven Zahlen vom US-Arbeitsmarkt stimmten auch die deutschen Anleger zuversichtlich: Nach Veröffentlichung der Zahlen kletterte der Dax  zeitweise um mehr als eineinhalb Prozent. "Die Konjunktur in den USA steht zwar weiterhin auf wackeligen Beinen, aber die Furcht vor einer Rezession flaut ab", sagte Volkswirt Lothar Heßler von HSBC-Trinkaus.

Vincent Guenzi, Aktienstratege der französischen Bank Cholet Dupont, sieht nach den Verlusten der vergangenen Monate die Talsohle am Aktienmarkt erreicht. "Die Stabilisierung könnte ein Zeichen für eine bevorstehende starke Erholung sein, wenn wir größere Fortschritte bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise sehen."

kpa/dpa/rtr
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