Dienstag, 10. Dezember 2019

Spitzenpersonalie Franzose Coeuré wechselt ins EZB-Direktorium

Künftiges Direktoriumsmitglied der EZB: der Franzose Benoît Coeuré

Nachdem der Italiener Mario Draghi an die Spitze der EZB gerückt war, und sein Landsmann Lorenzo Bini Smaghi seinen Rückzug angekündigt hatte, war klar, dass ein Franzose ins Direktorium der Zentralbank einziehen würde. Jetzt ist auch dessen Name bekannt: Benoît Coeuré.

Brüssel - Der Franzose Benoît Coeuré rückt in die Führungsetage der Europäischen Zentralbank (EZB) auf. Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten gaben am Dienstag in Brüssel einstimmig grünes Licht für die Spitzenpersonalie, sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker: "Er hat alle Qualitäten und die notwendige Erfahrung sowie den akademischen Hintergrund."

Coeuré soll Nachfolger des Italieners Lorenzo Bini Smaghi im EZB-Direktorium werden. Der 42-jährige Franzose ist derzeit Chefvolkswirt im Pariser Finanzministerium.

Einen offiziellen Vorschlag müssen die Finanzminister aller 27 EU-Staaten machen, dies soll bei dem Treffen am morgigen Mittwoch erfolgen. Die Entscheidung treffen letztlich die Staats- und Regierungschefs. Zuvor muss noch das Europaparlament angehört werden; auch die EZB hat das Recht zu einer Stellungnahme.

Frankreich kann Ansprüche geltend machen, weil Ende Oktober der italienische Notenbank-Chef Mario Draghi den EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet abgelöst hatte. Damit sind zwei Italiener im Direktorium vertreten und nach dem Ausscheiden von Ex-Präsident Jean-Claude Trichet kein Franzose mehr. Insbesondere Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte Druck auf Bini Smaghi ausgeübt und seinen Rücktritt gefordert. Traditionell sind die vier großen Länder der Euro-Zone (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) immer im Direktorium vertreten. Eine feste Regel gibt es aber nicht.

Für Deutschland ist dies der scheidende EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, der von Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen ersetzt wird. Diese Personalie hatten die Staats- und Regierungschefs bereits beschlossen.

Die Europäische Zentralbank ist neben der amerikanischen Federal Reserve weltweit die wichtigste Notenbank - zuständig für die Währung von 17 Ländern mit rund 330 Millionen Einwohnern.

cr/dpa-afx

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