Montag, 23. September 2019

Black Friday in den USA Shoppingorgie soll die Wende bringen

Black Friday in den USA: Kaufrausch trotz Rezessionsangst
REUTERS

3. Teil: Shoppingverbände mit vorsichtigen Prognosen

Kein Wunder also, wenn ungeachtet verschiedener Jubelmeldungen bei Shoppingverbänden die eher vorsichtigen Prognosen zunehmen. Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft wird der Umsatz mit 2,8 Prozent nur etwa halb so stark zunehmen wie im Vorjahr, als er 5,2 Prozent wuchs, prognostiziert die National Retail Federation.

Diese Zurückhaltung hat einen guten Grund, wie die jüngsten Umfragen zur Stimmung der Konsumenten belegen. Der Consumer Comfort Index von Bloomberg beispielsweise liegt mit aktuell Minus 50,1 Punkten zum neunten Mal in den vergangenen zehn Wochen unter der Marke von Minus 50. Das gab es seit 26 Jahren nicht. Der Index wird 2011 - bei einem Schnitt von Minus 46,6 Punkten seit Januar - das zweitschlechteste Jahr seiner Geschichte erleben.

Satte 35 Prozent der Befragten Amerikaner sagten in der vorigen Woche, derzeit sei eine schlechte Zeit für neue Anschaffungen. Anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, das Scheitern der Sparverhandlungen im sogenannten Superausschuss und die allgegenwärtige Euro-Schuldenkrise nagen am Vertrauen der Verbraucher. "Nichts kann Konsumenten mehr entmutigen", sagt der Ökonom Richard Yamarone, der für Bloomberg die Umfrage auswertete, "als wenn es zu einer wichtigen Verkaufssaison schlechte Nachrichten gibt".

Kauflaune stagniert

Auch auf der Webseite des Meinungsforschers Gallup sieht man wenig erfreuliche Zahlen zur Laune der US-Konsumenten. "Das Vertrauen der Amerikaner in ihre Volkswirtschaft", heißt es dort, "liegt derzeit deutlich unter dem Vorjahresniveau". Gallup hat die Amerikaner vor wenigen Tagen über ihre Shoppingpläne für die nächsten Wochen befragt. Das Resultat: Sie wollen 2011 im Durchschnitt für Weihnachten 712 Dollar pro Person ausgeben, gegenüber 715 Dollar im Vorjahr. Das ist Stagnation.

Der von den Shoppingmalls erwartete Großansturm wird also nicht zu dem gewünschten Umsatzsprung führen. Gegenüber 2010 ist das eine große Enttäuschung. Denn da erholten sich die Umsätze nach drei stagnierenden Jahren deutlich.

Enttäuschend verläuft auch das Jahr 2011 selbst. Im Juni und Juli verbuchten die Einzelhändler kräftige Gewinne gegenüber dem Vorjahr. Doch dann fiel die Stimmung der Konsumenten auf das Niveau der Finanzkrise von 2008. Ein Ende der Durststrecke ist nicht abzusehen. "Unsere täglichen Umfragen zeigen eine wachsende Zurückhaltung bei den Konsumenten", heißt es bei Gallup.

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