Montag, 23. September 2019

Black Friday in den USA Shoppingorgie soll die Wende bringen

Black Friday in den USA: Kaufrausch trotz Rezessionsangst
REUTERS

2. Teil: Auf Black Friday folgt Cyber Monday: 40 Millionen US-Bürger im Kaufrausch

Der International Council of Shopping Centers geht davon aus, dass 40 Millionen Amerikaner in diesem Jahr den Thanksgiving-Tag am Donnerstag abkürzen wollen, um sich in der Nacht auf Freitag rechtzeitig in den Kaufhäusern die besten Angebote zu sichern. "Die Leute sind mehr denn je auf Schnäppchenjagd", sagt der Sprecher des Kaufhausverbandes, Jesse Tron.

Selbst der Computer Apple Börsen-Chart zeigen, sonst sehr auf Preisstabilität bedacht, hat für Freitag eine Rabattschlacht angekündigt. Um das Shoppingfieber anzuheizen, wurden sogar Smartphone-Apps entwickelt. Wer das Programm "Shopkick" auf seinem Gerät installiert, kann allein schon durch das Betreten der Läden von angeschlossenen Einzelhandelsketten - darunter Best Buy, Macy's, Target und Navy - Punkte sammeln.

Und weil im Zeitalter der mobilen Kommunikation und des Internets die Kunden "realtime" über die jeweils besten Preise informiert sind, hat die Heimwerkerkette Lowe's an ihre Beschäftigten 42.000 iPhones ausgegeben. Das soll sie für die unbarmherzigen Schachereien mit der geizigen Kundschaft aufrüsten.

Kein Wunder. Denn selbst der Black Friday hat einen ernst zu nehmenden Konkurrenten. Es ist der folgende Montag, der "Cyber Monday" genannt wird. Die traditionellen Einzelhändler fürchten sich vor diesem Mitstreiter. Denn Kunden, die sie am heutigen Freitag nicht in die Läden locken, verlieren sie möglicherweise an die Webseiten der Onlinekonkurrenz. Für Amazon Börsen-Chart zeigen zum Beispiel gehört der kommende Montag zu den wichtigsten Tagen des Jahres.

Und die Online-Konkurrenz legt zu: Der Marktforscher Comscore berichtet, dass die Umsätze im Interneteinzelhandel seit Anfang November um 14 Prozent gestiegen sind. Der beste Tag war demnach der 16. November mit landesweit 688 Millionen Dollar Umsatz.

Miese Konjunkturdaten im Vorfeld

Die Rahmenbedingungen für diesen wichtigsten Tag im US-Einzelhandel sind jedoch ungünstig. Eine Reihe von Konjunkturdaten sorgen für Gegenwind: Die Einkommen in den USA stiegen im Oktober zwar um 0,4 Prozent, die höchste Zunahme seit März, doch die Amerikaner halten ihre Geldbeutel zu. Der private Konsum kletterte im Oktober um magere 0,1 Prozent, weniger, als Analysten erwartet hatten. Und die Wall Street erlebt gemessen an der Kursentwicklung des S&P 500 dem Vermögensberater Bespoke Investment zufolge die schlechteste Thanksgiving-Woche seit 1941.

Neben den eigenen Schuldenproblemen und der schwächelnden Konjunktur machen sich die amerikanischen Konsumenten auch Sorgen über die globale Großwetterlage. Diese hilft dem Weihnachtsgeschäft nicht. Die HSBC hat für China gerade den schwächsten Einkaufsmanagerindex seit März 2009 gemeldet. Nachrichten von der Schuldenkrise in Europa verunsichern zusätzlich. Und zuhause in den USA verliert die Konjunktur sichtbar an Schwung. Die US-Notenbank kündigte in dieser Woche angesichts der eskalierenden Schuldenkrise in Europa einen scharfen Stresstest für die Banken an. Das verunsichert viele.

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