"Day of Action" Occupy-Demonstranten in den USA verhaftet

Neue Protestwelle in den USA: Landesweit sind in den USA erneut Tausende auf die Straße gegangen, um gegen die Finanzindustrie zu protestieren. Mindestens 300 Anhänger der Bewegung "Occupy Wall Street" sind dabei in New York festgenommen worden. Auch andernorts gab es Verhaftungen.
Occupy-Wall Street-Demonstrant: Verhaftet in New York am "Day of Action" im Finanzviertel der Stadt

Occupy-Wall Street-Demonstrant: Verhaftet in New York am "Day of Action" im Finanzviertel der Stadt

Foto: REUTERS

New York - Zwei Monate nach ihrer Gründung hat die Occupy-Bewegung in den USA mit Protestmärschen und Verkehrsblockaden im ganzen Land ihren Durchhaltewillen demonstriert. Hunderte Aktivisten wurden am Donnerstag festgenommen, die meisten davon in New York. Die Festnahmen erfolgten vor allem wegen Verkehrsbehinderung, insgesamt verliefen die Kundgebungen weitgehend friedlich.

In New York versammelten sich mehr als 1000 Demonstranten unweit der Börse. Viele beteiligten sich auf etlichen Straßenkreuzungen an Sitzblockaden, die zum Teil von Bereitschaftspolizisten wieder aufgelöst wurden. Hier meldete die Polizei mindestens 300 Festnahmen. Einige Menschen seien verletzt worden. Ein Mann wurde nach Behördenangaben in Polizeigewahrsam genommen, weil er mehreren Polizisten eine Flüssigkeit - offenbar Essig - ins Gesicht spritzte.

Am Abend schlossen sich in mehreren Städten Gewerkschafter den Occupy-Aktivisten an und demonstrierten gegen Arbeitslosigkeit. Sie konzentrierten ihre Aktionen auf Brücken: In New York strömten mehrere tausend Menschen auf den Foley Square und marschierten friedlich über die Brooklyn-Brücke. Der Slogan "Wir sind die 99 Prozent" - die nicht zu den Superreichen gehörenden Amerikaner - wurde auf ein Hochhaus projiziert. Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von nur "minimalen Störungen". Die meisten Demonstranten hätten sich verantwortlich verhalten, erklärte er. Vor einigen Tagen hatten sich Chaoten noch Straßenkämpfe mit der Polizei geliefert.

Demonstranten: "Wir wurden ausverkauft"

Auch in anderen US-Städten fanden weitgehend friedliche Proteste gegen das weltweite Finanzsystem statt, unter anderem in Washington, Boston, Chicago und Seattle. In Los Angeles zogen rund 500 Occupy-Anhänger durch das Bankenviertel und skandierten: "Die Banken wurden gerettet, wir aber ausverkauft!" In Portland wurden 20 Personen wegen einer Sitzblockade auf einer Brücke festgenommen. In Las Vegas nahm die Polizei 21 Aktivisten in Gewahrsam.

Die konzertierten Demonstrationen zum zweimonatigen Bestehen der Occupy-Bewegung waren schon seit längerem geplant. Nachdem die Sicherheitskräfte aber in den vergangenen Tagen mehrere Camps aufgelöst hatten, erhielten die Proteste für viele eine weitere Bedeutung: die Entschlossenheit der Bewegung zu unterstreichen.

kst/dapd/rtr
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