Zweifel an Euro-Zone Irland will Krise mit der gesamten EU bewältigen

Kommt die Euro-Zone mit eigenen Kräften aus der Staatsschuldenkrise heraus? Irlands Ministerpräsident Kenny hat da Zweifel: Es stelle sich die Frage, ob nicht alle 27 EU-Staaten mitanpacken müssten, sagte er der "FAZ". Den Plan von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur EU-Stabilisierung wies er zurück.
Irischer Ministerpräsident Kenny: "Endlich den Krisenfonds hebeln"

Irischer Ministerpräsident Kenny: "Endlich den Krisenfonds hebeln"

Foto: FRANCOIS LENOIR/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der irische Regierungschef will den Euro mit Hilfe der gesamten Europäischen Union retten. Enda Kenny bezweifelt, dass die 17 Länder der Euro-Zone die Schuldenkrise allein bewältigen können.

"Trotz des vielen Geldes, das wir in die Rettung des Euros schon gepumpt haben", sei es nicht gelungen, die Euro-Zone zu stabilisieren, sagte Kenny gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"). Deshalb stelle sich die Frage, ob die Euro-Zone das alleine schaffe oder ob alle 27 Staaten der Europäischen Union aktiv werden müssen.

Kenny wandte sich gegen Pläne von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine Änderung der EU-Verträge zur Stabilisierung des Euro. Ein langwieriges Verfahren zur Veränderung der Verträge könne keine Antwort auf die akute Krise geben. "Wir sollten unbedingt alle Möglichkeiten ausreizen, die uns der jetzige Vertrag bietet", sagte Kenny.

Dazu gehöre, dem Rettungsfonds EFSF und der Europäischen Zentralbank ( EZB) mehr Kompetenzen zu geben. "Wir müssen endlich den Krisenfonds EFSF hebeln", forderte der irische Ministerpräsident.

lgr/kst/dpa/dapd
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