Vor Wall-Street-Protest Polizei räumt "Occupy"-Zeltlager

In den USA geht die Polizei gegen die Camps der "Occupy"-Bewegung vor. In New York und Kalifornien räumte sie Zeltlager von Bankengegnern - kurz vor einer geplanten Besetzung des Finanzzentrums an der Wall Street als bisher größte Protestaktion.
Nächtlicher Einsatz: Die New Yorker Polizei setzt den Räumungswunsch des Besitzers von Zuccotti Park durch

Nächtlicher Einsatz: Die New Yorker Polizei setzt den Räumungswunsch des Besitzers von Zuccotti Park durch

Foto: Mary Altaffer/ AP

New York/Oakland - In New York begann die Polizei nach Berichten der "New York Times" und der "New York Post" in der Nacht zum Dienstag damit, das Lager im Zuccotti-Park unweit der Wall Street zu räumen. Vor dem Einsatz habe die Polizei Flugblätter im Camp verteilt und die Besetzer aufgefordert, das Lager zu verlassen, hieß es. In dem Camp hatten in den vergangenen Wochen Hunderte Menschen campiert und für eine schärfere Kontrolle der Banken sowie höhere Steuern für Reiche demonstriert.

Im kalifornischen Okaland hatte die Polizei am Vortag mit einem Großaufgebot ein Camp mit Hunderten Menschen geräumt. Polizei-Chef Howard Jordan sprach laut "San Francisco Chronicle" von 32 Festnahmen. Beamte in schwerer Ausrüstung kreisten das Lager in der Innenstadt ein und rissen die Zelte der Demonstranten nieder.

Mit einer Blockade der Wall Street am Donnerstag plant die Occupy-Bewegung ihre bislang größte Protestaktion. Die New Yorker Börse soll mit einem Straßenkarneval lahmgelegt werden, wie die Bewegung auf ihrer Facebook-Seite am Montag ankündigte. Daran könnten bis zu 10.000 Menschen teilnehmen, sagte ein Occupy-Sprecher. Die Demonstranten feiern damit ihr zweimonatiges Jubiläum.

Seit der ersten Aktion am 17. September hat sich die Bewegung auf andere Städte in den USA und in weiteren Ländern ausgeweitet. Am Wochenende gab es erneut in Berlin und Frankfurt Demonstrationen gegen die Macht der Banken und das aus Sicht der Teilnehmer ungerechte Finanzsystem.

Am Donnerstag wollen die Protestierenden von ihrem in einem nahe gelegenen Park errichteten Zeltlager zur Wall Street marschieren und sich von dort aus mit der U-Bahn über die Stadt verteilen. Später wollen sie sich erneut versammeln zu einem Marsch über die Brooklyn Bridge. Vergangenen Monat waren bei einem aufsehenerregenden Protestzug über die Brücke mehr als 700 Demonstranten in Gewahrsam genommen worden, nachdem sie dort den Verkehr blockiert hatten. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte, die New Yorker Börse werde pünktlich öffnen. "Die Leute werden zur Arbeit gehen können", machte Bloomberg deutlich, der früher selbst Aktienhändler war.

ak/dpa-afx/rtr
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