Staatsfinanzen Italien lässt sich vom IWF kontrollieren

Kurz vor Zwölf will Italiens Ministerpräsident Berlusoni das Ruder noch einmal herumreißen: Um das Vertrauen der Märkte wiederzugewinnen, hat der umstrittene Premier auf dem G20-Gipfel in Cannes offenbar einer Überwachung der Staatsfinanzen durch den IWF zugestimmt. 
Italiens Premier Berlusconi: Hat bereits auf dem EU-Gipfel vor einer Woche einer Überwachung durch die EU-Kommission zugestimmt

Italiens Premier Berlusconi: Hat bereits auf dem EU-Gipfel vor einer Woche einer Überwachung durch die EU-Kommission zugestimmt

Foto: Eric Feferberg/ AP

Cannes - Italien werde sich einem strikten Monitoring sowohl durch die EU-Kommission als auch durch den IWF unterwerfen, hieß es übereinstimmend aus europäischen Kreisen am Rande des G20-Gipfels im südfranzösischen Cannes. Damit solle das Vertrauen der Märkte in die Solidität Italiens gestärkt werden.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte bereits auf dem europäischen Gipfel vor einer Woche einer Überwachung durch die EU-Kommission zugestimmt; der Effekt soll nun durch den erfahrenen und international angesehenen IWF verstärkt werden.

Die Vereinbarung ist Ergebnis eines Sondertreffens zur Euro-Krise, das am Rande des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) in Cannes am späten Donnerstagabend stattgefunden hatte. An dem Treffen nach dem Abendessen der G20-Staats- und Regierungschefs nahm neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auch Berlusconi teil. Auch Vertreter der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) waren dabei.

Italien war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck der Märkte geraten. Das Land gilt wegen seiner Gesamtverschuldung von rund 120 Prozent seiner Wirtschaftsleistung als ein mögliches weiteres Krisenland in der Euro-Zone. Im Gegensatz zu anderen Krisenländern ist Italien aber überwiegend bei inländischen Geldgebern verschuldet. Zudem gilt die Wirtschaft grundsätzlich als solide. Berlusconi hat weitere Sparmaßnahmen versprochen.

mg/afp