UN-Statistik Weltbevölkerung erreicht Sieben-Milliarden-Grenze

Seit heute leben den Vereinten Nationen zufolge sieben Milliarden Menschen auf der Welt. Wer der neue Erdenbürger ist oder wo er geboren wurde, ist allerdings nicht zweifelsfrei zu ermitteln: Gleich mehrere Länder beanspruchen das symbolische Milliardenkind für sich.
Menschenmassen in Shanghai: China ist derzeit das bevölkerungsreichste Land der Erde

Menschenmassen in Shanghai: China ist derzeit das bevölkerungsreichste Land der Erde

Foto: epa Michael Reynolds/ picture-alliance/ dpa

New York - Irgendwo auf der Welt wurde heute nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) der siebenmilliardste Mensch geboren. Die UN betrachten diesen Tag mit gemischten Gefühlen, weil weite Teile der Dritten Welt unter Überbevölkerung leiden. Ein symbolisches Milliardenkind, wie bei den letzten Wegmarken 1987 und 1999, sollte es diesmal eigentlich nicht geben.

Dennoch meldeten am Montag gleich mehrere Länder die Geburt eines solchen Kindes. Neben Indien wurden auch auf den Philippinen und in Russland Babys als siebenmilliardster Mensch symbolisch begrüßt. In Russland entbrannte über den bedeutenden Zuwachs sogar ein Streit zwischen den Behörden auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka und im europäischen Teil Kaliningrad um das frühere Königsberg.

Wie viele Menschen genau auf der Erde leben, kann niemand sagen. Die meisten Länder verfügen nach Angaben von Wissenschaftlern nicht über ernstzunehmende Bevölkerungsstatistiken. Die UN-Zahlen gelten aber dennoch als verhältnismäßig zuverlässig, weil die Experten viele verschiedene Daten abgleichen und immer wieder aktualisieren. Deshalb wird eine Abweichung von nicht mehr als fünf Prozent erwartet - was allerdings 350 Millionen Menschen mehr oder weniger wären.

Indien wird China überholen

Derzeit wächst die Erde jährlich um 80 Millionen Menschen - das entspricht der Einwohnerzahl des Landes mit dem Rang 16 in der Bevölkerungsstatistik: Deutschland. In der Bundesrepublik selbst nimmt die Zahl der Einwohner aber weiter ab; in den nächsten 50 Jahren soll Deutschland mehr als ein Fünftel verlieren. Andere Länder wachsen rasant, vor allem in Afrika, aber zum Beispiel auch Afghanistan und der Irak. Und Indien soll in gut zehn Jahren den anderen Menschenmilliardär, China, überholen und dann das bevölkerungsreichste Land sein.

Die Vereinten gehen davon aus, dass in 14 Jahren die achte Milliarde registriert wird und 2050 etwa 9,2 Milliarden Menschen auf der Welt leben werden. Etwas später wird die Weltbevölkerung zum ersten Mal in der modernen Geschichte der Menschheit schrumpfen. Die Experten streiten aber noch, ob die Auswirkungen noch in diesem Jahrhundert oder erst zum Anfang des 22. Jahrhunderts spürbar sein werden. Unklar ist auch, ob die Menschheit jemals die Zahl zehn Milliarden erreichen wird oder schon vorher den Knick nach unten macht.

mg/dpa