Montag, 19. August 2019

Präsidentenwahl in Argentinien Triumph für Amtsinhaberin Kirchner

Argentiniens neue und alte Präsidentin Kirchner: Die Staatschefin erhielt 53,8 Prozent der Stimmen

Cristina Fernández de Kirchner ist in Argentinien mit einer deutlichen Mehrheit erneut zur Präsidentin gewählt worden. Sie ist damit die erste weibliche Staatschefin Lateinamerikas, die im Amt bestätigt worden ist.

Buenos Aires - Die links-peronistische Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner erhielt nach offiziellen Angaben 53,8 Prozent der Stimmen. Das ist der deutlichste Sieg bei einer Präsidentschaftswahl in Argentinien seit knapp vier Jahrzehnten. Den zweiten Platz erreichte deutlich abgeschlagen mit 17 Prozent der Sozialist Hermes Binner. Die Staatschefin profitierte vor allem vom anhaltenden Wirtschaftswachstum.

"Es handelt sich weder um einen persönlichen noch um einen parteilichen Triumph, sondern um einen des gesamten Landes", sagte die 58-Jährige vor zahlreichen Anhängern auf der Plaza de Mayo, am Regierungsgebäude in Buenos Aires.

Mit Cristina Kirchner ist zum dritten Mal in Argentinien ein Staatschef zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten an der Macht - nach Juan Domingo Perón (1945-1955) und Carlos Menem (1989-1999). Kirchner ist die erste Frau, die in Argentinien in das höchste Staatsamt gewählt wurde. Sie gewann die Wahlen 2007 mit 45 Prozent der Stimmen und übernahm das Amt als Nachfolgerin ihres Ehemanns Néstor Kirchner, der 2010 starb. Für den Sieg in der ersten Runde hätten 45 Prozent der gültigen Stimmen gereicht.

Deutlicher Abstand zu den anderen Parteien

An dritter Stelle landete der Zentrumspolitiker Ricardo Alfonsín (UCR) mit 11,1 Prozent. Der peronistische Gouverneur von San Luis, Alberto Rodríguez Saá, kam auf 8 Prozent, gefolgt vom ehemaligen Präsidenten und konservativen Peronisten Eduardo Duhalde (6 Prozent), dem Trotzkisten Jorge Altamira (2,3 Prozent) und der Mitte-Links-Koalition um Elisa Carrió (1,9 Prozent).

Knapp 29 Millionen Bürger waren am Sonntag außerdem aufgerufen, die Hälfte der Abgeordneten sowie ein Drittel der Senatoren neu zu bestimmen. Die Regierung wollte die Mehrheit im Abgeordnetenhaus zurückzugewinnen, die sie 2009 verloren hatte. Nach letzten Hochrechnungen könnte die Front für den Sieg (FPV) der Präsidentin mit anderen Verbündeten eine Mehrheit von 133 der 257 Mandate erreichen.

Es wurden keine Zwischenfälle gemeldet, sagte Innenminister Florencio Randazzo nach dem Ende der Stimmabgabe. Die Wahlbeteiligung lag mit 78,9 Prozent über den 76,2 Prozent der letzten Präsidentenwahl 2007. In Argentinien besteht Wahlpflicht.

mg/dpa

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