Proteste Generalstreik legt Griechenland lahm

Den größten Streik seit Jahrzehnten erwarten die Gewerkschaften: Schulen, Praxen und Geschäfte bleiben heute und morgen geschlossen, die Fluglotsen steiken. Das öffentliche Leben steht in Griechenland nahezu still.
Generalstreik: Tausende Demonstranten zogen durch die Athener Innenstadt

Generalstreik: Tausende Demonstranten zogen durch die Athener Innenstadt

Foto: Alkis Konstantinidis/ dpa

Athen - Zum Auftakt ihres zweitägigen Generalstreiks gegen das Sparprogramm der Regierung haben Arbeiter und Angestellte in Griechenland für weitgehenden Stillstand im öffentlichen Leben gesorgt. Schulen, Geschäfte und Praxen waren geschlossen, Flugzeuge blieben am heutigen Mittwochmorgen am Boden, der Nahverkehr litt unter Beeinträchtigungen. Unterdessen zogen Tausende Demonstranten in die Athener Innenstadt.

Der Streik soll nach Erwartungen der Gewerkschaften der größte seit Jahrzehnten werden. Es gebe eine "neue Dimension des sozialen Widerstands", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des für den öffentlichen Dienst zuständigen Gewerkschaftsverbands ADEDY, Ilias Vrettakos. "Wir hoffen, dass dieses Aufgebot Auswirkungen auf die politischen Entwicklungen hat."

Das Athener Parlament plant am Donnerstag ein Votum über neue unpopuläre Sparmaßnahmen, mit denen Griechenland sich weitere internationale Finanzhilfe sichern will. Selbst einige Abgeordnete aus den Reihen der regierenden Sozialisten haben angedeutet, dass sie möglicherweise gegen Teile des Sparplans stimmen wollen. Sollte Griechenland jedoch nicht bald eine dringend benötigte weitere Kredittranche erhalten, kann es nach eigenen Angaben schon im November keine Gehälter und Pensionen mehr zahlen.

Mit einem Großaufgebot bereitete sich die Polizei in Athen auf einen Ansturm von Demonstranten vor. Bei einem zweitägigen Ausstand im Juni war es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften gekommen.

Die Verkehrsbehinderungen hielten sich zunächst in Grenzen: Während die Fähren im Hafen blieben, taten die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs mit zeitweiligen Arbeitsniederlegungen ihren Protest kund, sollten aber Busse und U-Bahnen in Betrieb halten. Auch im Flugverkehr war Entspannung angekündigt: Dort sollten die Flüge am Nachmittag wieder aufgenommen werden.

sk/dapd
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