Französische Sozialisten François Hollande fordert Sarkozy heraus

Der frühere Chef der französischen Sozialisten François Hollande tritt als Kandidat seiner Partei bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr an - mit guten Chancen, um Amtsinhaber Nicolas Sarkozy abzulösen. Hollande hat die erste öffentliche Vorwahl nach US-Vorbild gewonnen.
Kandidat Hollande: Erster Sieger der französischen Präsidenten-Vorwahl nach US-Muster

Kandidat Hollande: Erster Sieger der französischen Präsidenten-Vorwahl nach US-Muster

Foto: Bob Edme/ AP

Paris - Im Stichentscheid bei der Vorwahl am Sonntag setzte sich Hollande mit rund 56 Prozent der Stimmen deutlich gegen die frühere Arbeitsministerin Martine Aubry durch.

Meinungsumfragen zufolge hat Hollande gute Aussichten, Sarkozy zu schlagen. Es wäre der erste Sieg eines Sozialisten bei einer Präsidentenwahl seit der Wiederwahl von François Mitterrand 1988. Sarkozy hat offiziell noch nicht erklärt, ob er sich der Wiederwahl im April und Mai stellt.

Es stehe ein schwerer Kampf bevor, sagte Hollande in der Parteizentrale der Sozialisten. Er sei sich der Größe der ihm bevorstehenden Aufgabe bewusst. Die Franzosen hätten die Politik von Sarkozy satt. Aubry gestand die Niederlage ein und sicherte Hollande ihre Unterstützung zu. "Ich werde all meine Kraft und Energie einsetzen, um sicherzustellen, dass er in sieben Monaten Präsident Frankreichs wird", erklärte sie.

Schon vor Bekanntgabe des Siegers feierte die größte Oppositionspartei Frankreichs ihre erste offene Abstimmung nach US-Vorbild als großen Erfolg. Interims-Parteichef Harlem Désir betonte mit Blick auf die Beteiligung: "Wir werden alle unsere Erwartungen übertreffen." Désir wertete die "demokratische Mobilisierung" der Vorwahl als Erfolg und rief für den bevorstehenden Wahlkampf zur Geschlossenheit auf. Parteiangaben zufolge beteiligten sich rund drei Millionen Wähler an der Abstimmung. Teilnehmen konnten alle Franzosen, die sich zu den Zielen der politischen Linken bekennen und einen Euro Unkostenbeitrag entrichteten.

Der als Mitte-Links eingestufte Hollande war als Favorit in das Rennen gegen Aubry gegangen, die eher als traditionelle Sozialistin gilt. Alle vier in der ersten Runde ausgeschiedenen Kandidaten hatten sich auf Hollandes Seite gestellt. In den letzten Tagen des Wahlkampfs hatte Hollande versichert, gegen Auswüchse der Finanzmärkte vorzugehen.

Noch vor Monaten hatte der damalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn als aussichtsreichster Kandidat für die Sozialisten gegolten. Er stolperte aber über eine Sex-Affäre in einem New Yorker Hotel.

ak/rtr/dpa

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