Vergewaltigungsvorwurf in Frankreich Ermittlungen gegen Strauss-Kahn eingestellt

Dominique Strauss-Kahn muss in Frankreich nicht vor Gericht: Die Staatsanwaltschaft stellt die Vorermittlungen wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung einer Journalistin ein. Es habe zwar einen sexuellen Übergriff gegeben, so die Ermittler, dieser sei jedoch verjährt.
Dominique Strauss-Kahn Anfang Oktober: Tat verjährt

Dominique Strauss-Kahn Anfang Oktober: Tat verjährt

Foto: MIGUEL MEDINA/ AFP

Paris - Die Journalistin Tristane Banon hatte den 62-Jährigen Strauss-Kahn im Juli angezeigt, weil er sie bei einem Interview 2003 versucht habe zu vergewaltigen. Er sei über sie hergefallen "wie ein brünftiger Schimpanse", sagte sie. Strauss-Kahn bestritt jede Gewaltanwendung.

Ende September kam es auf Antrag der Staatsanwaltschaft zu einer Gegenüberstellung. Dabei habe sich "DSK" arrogant und selbstgefällig gezeigt, berichtete Banon.

Der frühere Hoffnungsträger der französischen Sozialisten trat im Mai als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurück, weil ihm in den USA ein Zimmermädchen versuchte Vergewaltigung vorwarf. Das Strafverfahren in den USA wurde allerdings Ende August eingestellt, weil es erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin gab.

Strauss-Kahn kehrte Anfang September nach Frankreich zurück. Über eine Zivilklage wegen des Vorfalls in einem New Yorker Luxushotel ist noch nicht entschieden.

Die 32-jährige Banon hatte sich erst zu einer Anzeige entschlossen, als der Vorwurf des New Yorker Zimmermädchens bekannt wurde. Die Schriftstellerin hat für den Fall der Einstellung der Untersuchung bereits angekündigt, sie werde über ein weiteres Verfahren dafür sorgen, dass sich ein Ermittlungsrichter der Sache neu annimmt. Inzwischen ist ihr Buch, in dem sie ihre Version des Geschehens präsentiert, in Frankreich auf den Markt gekommen.

hut/afp/rtr
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