Samstag, 7. Dezember 2019

Anti-Wall-Street-Bewegung US-Gewerkschaften schließen sich Protesten an

Demonstranten in New York: "Die Wall Street hat schuld"

Die Proteste gegen die Wall Street finden immer größeren Zulauf. Inzwischen haben sich auch die großen Gewerkschaften der USA der Bewegung angeschlossen - und längst wird nicht mehr nur in Manhatten demonstriert.

New York - Rund 5000 Menschen demonstrierten in Manhattan - so viel wie noch nie, seit die Bewegung ("Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street")) am 17. September ihren Anfang nahm. Die Demonstranten beklagen ihren Unmut über ungleich verteilten Reichtum und die Macht von US-Banken.

An den Protesten nahmen auch gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter des Transportwesens und des öffentlichen Dienstes sowie Krankenschwestern und -pfleger teil. Rund zwölf Personen wurden den Behörden zufolge festgenommen, weil sie Polizeisperren durchbrechen wollten.

"Wall Street hat schuld", riefen Hunderte Menschen immer wieder in Sprechchören. Redner forderten ein neues Steuersystem, dass vor allem die Finanzhäuser zur Kasse bittet. "Was wir heute haben, ist nicht fair", rief eine Rednerin. "Macht dieses Land sozial", sagte ein anderer.

Auch in Washington wollen die Menschen auf die Straße

Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Besteuert Wall Street", "Lasst die Banken zahlen" oder "Die Reichen sollen ihren gerechten Anteil zahlen" mit sich. Es waren aber auch einige Dutzend Plakate zu sehen mit Aufschriften wie "Sozialismus ist für alle gut" oder "Wir kämpfen für Sozialismus".

Die Tendenz der Bewegung ist links, es haben sich aber Dutzende Gruppen mit den unterschiedlichsten Zielen angeschlossen wie dem Kampf für die Umwelt oder gegen die Todesstrafe, für bessere Bildung und billigere Kindergärten, gegen Militäreinsätze oder Stützungsprogramme für Großunternehmen. US-Präsident Barack Obama war gleichermaßen Ziel von Spott und Kritik, aber auch Hoffnung und Unterstützung.

Die Protestbewegung gewinnt landesweit an Kraft: Zu Demonstrationen kam es inzwischen auch in anderen Städten wie Philadelphia und Baltimore im Osten des Landes über St. Louis im Mittleren Westen bis hin nach Los Angeles, Seattle und San Francisco an der Westküste. Für diesen Donnerstag war eine Kundgebung in der Hauptstadt Washington geplant.

mg/rtr/dpa-afx

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