Physik-Nobelpreis Auszeichnung für drei Astronomen

Schrumpft oder wächst unser Universum? Dafür, dass sie diese Frage beantwortet haben, bekamen heute drei Forscher den Physik-Nobelpreis. Die nächste große Frage könnte sein: Wo verbirgt sich die Dunkle Energie? Sie soll für das Wachstum verantwortlich sein.
Überreste einer Supernova: Solche Phänomene brachten den Beweis - unser Universum wächst

Überreste einer Supernova: Solche Phänomene brachten den Beweis - unser Universum wächst

Foto: AFP/ NASA

Stockholm - Das Universum dehnt sich immer rascher aus. Für diese Entdeckung erhalten drei Astronomen den Physik-Nobelpreis 2011. Saul Perlmutter (USA), Brian P. Schmidt (USA und Australien) und Adam G. Riess (USA) hatten riesige Sternenexplosionen, sogenannte Supernovae, beobachtet. Dabei entdeckten sie, dass diese sich mit steigender Geschwindigkeit voneinander entfernten. Das revolutionierte unser Weltbild. Vorher galt: Das Universum dehnt sich immer langsamer aus. Die drei Preisträger bewiesen das Gegenteil.

Perlmutter kam 1959 in Champaign-Urbana (US-Bundesstaat Illinois) auf die Welt. Der Astrophysiker arbeitet am Lawrence Berkeley National Laboratorium in Kalifornien. Der vielfach ausgezeichnete 44 Jahre alte Schmidt wurde in Missoula (Montana) geboren und arbeitet heute an der Australischen National-Universität in Weston Creek. Schmidt hat sowohl die US-amerikanische als auch die australische Staatsbürgerschaft. Riess kam 1969 in der US-Hauptstadt Washington zur Welt. Er forscht an der Johns Hopkins Universität in Baltimore.

"Ich bin von dem Preis völlig überrascht", sagte der frisch gekürte Nobelpreisträger Schmidt. "Aber wir waren auch über unser Forschungsergebnis selbst völlig perplex."

Albert Einstein hatte in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie schon 1915 vorhergesagt, dass sich das Universum entweder ausdehnt oder zusammenzieht. Er stellte die sogenannte Kosmische Konstante auf, die er später als größte Eselei bezeichnet haben soll. Nach den Ergebnissen der diesjährigen Nobelpreisträger könne man jedoch sagen, dass Einsteins Konstante brillant war, schreibt die Nobelstiftung.

"Wir sind ziemlich sicher, dass sich das Universum ewig ausdehnt, aber nicht sicher, dass es sich ewig beschleunigt", erläuterte Lars Brink vom Nobelkomitee. Als Ursache der Ausdehnung sehen die Physiker derzeit die sogenannte Dunkle Energie im All an, die sie allerdings noch nicht beschreiben können. Diese sei "ein Rätsel, das bislang noch keiner lösen konnte", schreibt die Stiftung.

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Sie ist insgesamt mit 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

ms/dpa
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