Montag, 18. November 2019

Euro-Krise Griechenlands Wirtschaft schrumpft rasant

Griechin beim Einkaufen: Die Arbeitslosigkeit liegt bei 16 Prozent
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Griechin beim Einkaufen: Die Arbeitslosigkeit liegt bei 16 Prozent

Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist im zweiten Quartal abgesackt: Um 7,3 Prozent ging das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr zurück. Einen Rauswurf aus der Euro-Zone muss das Land jedoch nicht fürchten, erklärte die EU-Kommission.

Athen - Keine Besserung in Sicht: Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist im zweiten Quartal drastisch eingebrochen. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) fiel noch höher aus als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte es um 7,3 Prozent ab, teilte das griechische Statistikamt mit. Fachleute hatten das Minus bisher auf 6,9 Prozent geschätzt.

Sie revidierten zudem ihre Zahl für das erste Quartal nach unten. Demnach schrumpfte die griechische Wirtschaft im Zeitraum von Januar bis März im Vorjahresvergleich um 8,1 Prozent.

Zumindest auf dem griechischen Arbeitsmarkt gibt es vorsichtige Erleichterung: Die Arbeitslosigkeit ging leicht auf 16 Prozent zurück und liegt damit nicht mehr auf einem Rekordhoch. Im Mai hatte die Quote noch bei 16,6 Prozent gelegen. Auf Jahresbasis stieg die Quote allerdings beträchtlich von 11,6 Prozent im Juni 2010. Die Arbeitslosenquote wird in Griechenland nicht saisonbereinigt angegeben. Die Statistiker erklärten die Entwicklung im Juni damit, dass die Beschäftigung in der Tourismus-Branche zugenommen habe. Sie habe den Stellenabbau in der gesamten Wirtschaft mehr als kompensieren können.

Einen Rauswurf aus der Euro-Zone muss Griechenland indes nicht fürchten: Entsprechenden Forderungen erteilte die EU-Kommission eine klare Absage. "Es ist laut Lissabonner Vertrag weder ein Austritt noch ein Rauswurf möglich", erklärte ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Und es gebe auch "keinerlei Diskussion über eine solche Eventualität". Der Beitritt zur Euro-Zone sei "unumkehrbar".

Den Druck auf Griechenland hält Brüssel aber aufrecht. In der kommenden Woche soll ein Team aus Vertretern von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nach Athen zurückkehren, um eine Überprüfung der griechischen Sparbemühungen fortzuführen. Ein Automatismus, wonach Griechenland ein Recht auf die Auszahlung weitere Hilfen habe, gebe es nicht, betonte der Sprecher. Die Zahlung der Gelder sei an strikte Vorgaben geknüpft: "Es ist nicht möglich, Geld auszuzahlen, wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind."

kra/afp/dapd/rtr

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