Starke Krone Norwegen deutet Devisenmarkt-Eingriff an

Nicht nur der Schweizer Franken, auch die norwegische Krone ist in letzter Zeit zur Fluchtburg ängstlicher Anleger geworden. Und ebenso wie die Schweizer Notenbank könnte auch die norwegische demnächst eingreifen, um den Kronen-Kurs zu dämpfen. Jetzt hat sie erste Andeutungen gemacht.
Euro-Scheine: Viele Anleger flüchten aus der Gemeinschaftswährung - zum Beispiel in die norwegische Krone

Euro-Scheine: Viele Anleger flüchten aus der Gemeinschaftswährung - zum Beispiel in die norwegische Krone

Foto: dapd

Oslo - Nach der Schweiz erwägt auch Norwegen Schritte gegen eine zu starke Heimatwährung. Die norwegische Notenbank sei bereit einzugreifen, um den starken Anstieg der norwegischen Krone aufzuhalten, sagte ihr Chef Öystein Olsen am Donnerstag in Oslo.

"Eine zu starke Krone kann auf die Dauer in einer zu niedrigen Inflation und einem zu geringen Wirtschaftswachstum münden", erklärte der Notenbankchef vor Studenten in der Hauptstadt. "In diesem Fall werden finanzpolitische Maßnahmen ergriffen." Norwegen, reich an Erdöl, kann ein solides Wachstum und einen Haushalt im Plus vorweisen.

Die Krone gilt wie der Schweizer Franken als sicher Währung. In der fortdauernden Euro-Krise hatten Anleger deshalb vermehrt Geld in den beiden Währungen angelegt. Das trieb deren Kurs nach oben und wurde so zur Gefahr für die Exportwirtschaft beider Länder, da sich Waren aus den beiden Ländern für ausländische Kunden verteuerten.

Die Krone erreichte in dieser Woche ein historisches Hoch, nachdem die Schweizer Nationalbank am Dienstag entschieden hatte, den Wechselkurs des Franken zum Euro auf 1,20 Franke festzulegen. Viele Anleger suchten ihr Heil daraufhin in der norwegischen Krone. Am Mittwoch fiel der Kurs des Euro auf den niedrigsten Wert seit acht Jahren, auf 7,4887 Kronen. Am Donnerstag stieg der Euro-Kurs leicht auf 7,50 Kronen an.

Um den Höhenflug der Krone zu beenden, könnten die Währungshüter den Leitzins absenken - dann würden Kredite in Norwegen günstiger, es käme mehr Geld in Umlauf und der Wert der Krone fiele ab. Beim aktuellen Zinssatz von 2,25 Prozent hätte die Notenbank hierzu einigen Spielraum.

cr/afp

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.