E10 Konzerne haben Biosprit-Quotenpolster

Noch müssen die Mineralölkonzerne den schleppenden Biosprit-Verkauf nicht fürchten. Denn offenbar verfügen sie über ein Quotenpolster aus dem Vorjahr. Derweil macht sich der ADAC dafür stark, an E10 festzuhalten.
Super E10: Der Sprit verkauft sich nur schleppend

Super E10: Der Sprit verkauft sich nur schleppend

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Die deutschen Mineralölkonzerne verfügen einem Zeitungsbericht zufolge über einen großen Vorrat an Quoten zur Erfüllung der Biospritquote. Damit könnten sie den schleppenden Verkauf des sogenannten Biosprits E10 abfedern, berichtet die "Frankfurter Rundschau" (Montagsausgabe) unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Demnach wurde die erforderliche Quote von 6,25 Prozent Biospritanteil im vergangenen Jahr übererfüllt und lag bei 7,08 Prozent.

In der Vergangenheit war die Biospritquote niedriger und die Mineralölkonzerne bauten offenbar ein Polster an noch nicht verbrauchter Biospritquote auf, berichtete die "Frankfurter Rundschau" weiter. Einen Teil davon werden sie demnach nun ins Jahr 2011 mitnehmen. Der neue Sprit E10 enthält 10 zent Bioethanol und damit doppelt soviel wie herkömmliches Superbenzin. Die Nachfrage nach E10 ist allerdings gering.

Gleichwohl sieht der ADAC keine Alternative zum Biosprit E10. "Auf gar keinen Fall darf die Einführung von E10 jetzt gestoppt werden", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Der Regierungsbeschluss, an E10 festzuhalten, stehe. "Auch wenn die FDP das anders sehen möchte." Die Ölkonzerne seien gefordert, ihre Versäumnisse aufzuarbeiten und mit einer gezielten Kampagne das Image von E10 aufzupolieren. "Eine neue Bezeichnung würde aus meiner Sicht helfen, denn E10 hört sich eher an wie eine Position beim Spiel "Schiffe versenken".

rei/afp/dpa
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