Aufbau DIHK sieht Chancen für deutsche Wirtschaft in Libyen

Die deutsche Wirtschaft will möglichst schnell an dem Wiederaufbau Libyens verdienen. Der Industrie- und Handelskammertag stellte bei entsprechenden Rahmenbedingungen zusätzliche Investitionen auch mittelständischer Firmen in dem nordafrikanischen Land in Aussicht.
Wiederaufbau: DIHK sieht Chancen für deutsche Unternehmen in Libyen

Wiederaufbau: DIHK sieht Chancen für deutsche Unternehmen in Libyen

Foto: dapd

Hamburg - "Chancen sehen wir vor allem dann, wenn sich stabile politische Rahmenbedingungen einstellen", sagte Steffen Behm heute, Experte des Industrie- und Handelskammertags (DIHK). In der Vergangenheit hätten ein relativ unberechenbares Umfeld und mangelnde Rechtssicherheit kleinere und mittlere Unternehmen von einem Engagement in Libyen abgeschreckt. "Aber natürlich ist das Interesse da", sagte Behm.

Gerade beim Ausbau der Infrastruktur bieten sich nach Einschätzung des DIHK Chancen und ein "großes Potenzial". Wie schnell das gehen werde, sei noch offen. Es sei noch zu früh, über den Umfang möglicher Investitionen oder eine Rückkehr deutscher Unternehmen in das besonders ölreiche Land zu spekulieren.

In dem Wüstenstaat mit seinen reichen Öl- und Gasvorkommen waren zuletzt vor allem deutsche Unternehmen der Energiewirtschaft tätig sowie Anlagenbauer und Zulieferer. Hinzu kommen Baufirmen sowie Anbieter von Infrastruktur-Leistungen. Von den Finanzsanktionen der Europäischen Union gegen Libyen waren daher auch deutsche Unternehmen betroffen.

Vor dem Bürgerkrieg war Libyen neben Russland, Großbritannien und Norwegen einer der wichtigsten Erdöllieferanten Deutschlands. In der Vergangenheit gehörte das Land auf Grund des Ölgeschäfts auch zu den wenigen Ländern, die unterm Strich mehr Waren nach Deutschland lieferten als sie von dort bezogen haben.

So betrug der deutsche Einfuhrüberschuss nach Daten des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2010 rund 2,1 Milliarden Euro und 2009 knapp 1,7 Milliarden Euro. Insgesamt lieferte Deutschland im Jahr 2010 Waren im Umfang von 996 Millionen Euro nach Libyen und bezog libysche Produkte im Wert von 3,1 Milliarden Euro. Deutsche Exporte umfassten größtenteils Maschinen, Kfz-Produkte sowie Nahrungsmittel und Chemie-Erzeugnisse.

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