Schuldenhilfe Österreich will Finnlands Griechen-Rabatt

Neuer Kampf um die Euro-Hilfen: Erst hat Finnland den Griechen Bargeld dafür abgeluchst, dass die Nordeuropäer sich an den Griechenland-Hilfen beteiligen. Jetzt will auch Österreich den Griechen ans Geld - und mit Griechenland um ein Pfand für Österreichs Griechenland-Hilfen verhandeln.
Wiener Hofburg: Neuer Verhandlungsversuch in der Griechenland-Hilfe

Wiener Hofburg: Neuer Verhandlungsversuch in der Griechenland-Hilfe

Foto: Hofburg Vienna

Hamburg - Es ist ein aufsehenerregender Verhandlungserfolg der Finnen, aber auch eine Nachricht, die das gemeinsame Einstehen der Euro-Staaten für seine hochverschuldeten Mitglieder in Zweifel zieht: Finnland erhält von Griechenland dafür Geld, dass es sich am zweiten europäischen Rettungspaket für Griechenland beteiligt. Diese Vereinbarung haben beide Länder am Mittwoch geschlossen.

Das von Griechenland hinterlegte Bare werde Finnland in risikoarme Anleihen investieren, sagte die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen am Mittwoch in Helsinki. Langfristig werde die Summe durch Zinszahlungen der risikoarmen Anleihen auf den Betrag anwachsen, mit dem Finnland für Griechenland über den europäischen Krisenfonds EFSF bürge. Falls Griechenland seinen Verpflichtungen nachkomme, erhalte das Land das Geld zurück.

Der Erfolg der Finnen ruft prompt das nächste europäische Land auf den Plan, das sich an der Griechenland-Hilfe beteiligen muss - und dessen eigene Kreditwürdigkeit von den großen Ratingagenturen mit der Bestnote "AAA" bewertet wird.

Das Modell der Kreditsicherheiten müsse offen sein für alle Länder der Euro-Zone, sagte heute der Sprecher des Wiener Finanzministeriums Harald Waiglein der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat". "Wir werden klären, ob dies der Fall ist." Sollte die Euro-Zone der Vereinbarung beider Länder zustimmen, verlange Österreich ebenfalls Sicherheiten für weitere Griechenland-Hilfen.

Die Hinterlegung von Sicherheiten war für die finnische Regierung eine Bedingung für weitere Griechenland-Hilfen. Die Beteiligung des Landes steht unter dem Vorbehalt des Parlamentes in Helsinki. Wie Deutschland genießt Finnland ein vergleichsweise großes Vertrauen an den Finanzmärkten und bekommt von den Ratingagenturen die Bestnote AAA. Griechische Staatsanleihen werden dagegen wie eine hochspekulative Anlageform eingestuft.

kst/rtr/dpa
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