Ifo-Institut Euro-Bonds würden Deutschland Milliarden kosten

Wegen der anhaltenden Diskussion um europäische Gemeinschaftsanleihen hat das Ifo-Institut eine Kalkulation über die möglichen Lasten angestellt, die der Bundesrepublik dadurch entstehen könnten. Das Ergebnis überrascht nicht: Deutschland würde wohl mächtig draufzahlen.  
Wer soll das bezahlen? Nach Berechnung des Ifo-Instituts würde im Falle der Eurobonds vor allem Deutschland zum Zahlmeister

Wer soll das bezahlen? Nach Berechnung des Ifo-Instituts würde im Falle der Eurobonds vor allem Deutschland zum Zahlmeister

Foto: Bundesbank/ dpa

Berlin - Das Ifo-Institut rechnet bei Euro-Bonds mit Mehrkosten in Höhe von 33 bis 47 Milliarden Euro pro Jahr für die gesamte Bruttoschuld Deutschlands in Höhe von gut zwei Billionen Euro . Das erklärte der Konjunkturchef des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts, Kai Carstensen, am Mittwoch in Berlin. Die Summe hänge von der unterstellten Zinshöhe für Deutschland ab.

Hintergrund: Angesichts der Diskussion über die Euro-Bonds hat das Ifo seine Abschätzung der damit verbundenen Kosten für den Deutschland aktualisiert. Grundlage der Berechnungen ist nach Angaben des Instituts die Annahme, dass Euro-Bonds langfristig zu einer Vergemeinschaftung der Staatsschulden aller Länder des Euro-Raums führen und gemäß den Kapitalanteilen an der Europäischen Zentralbank (EZB) von den einzelnen Ländern verbürgt werden.

Bei den Berechnungen legte das Ifo folgende Daten zugrunde: Ende Juli lag der nominale Zins für zehnjährige Staatsanleihen im Durchschnitt des Euro-Raums nach Angaben der EZB bei 4,6 Prozent, so das Institut. Für Deutschland betrug der Zins gleichzeitig lediglich 2,6 Prozent. Von Italien wurden 5,9 Prozent Zinsen gefordert, von Spanien 6,1 Prozent. Portugiesische und irische Anleihen wurden mit einem Rendite von rund 11 Prozent, griechische sogar mit knapp 15 Prozent gehandelt.

cr/dapd
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