Schweiz Franken soll an Euro gekoppelt werden

Die Schweiz steht offenbar unmittelbar davor, den Kurs des dortigen Franken an den Euro zu binden. Einem Bericht zufolge sind Pläne dazu bereits ausgearbeitet, es gehe lediglich noch um die Kommunikation der Maßnahme an die Öffentlichkeit. Eine Entscheidung stehe unmittelbar bevor, heißt es.   
Auf Höhenflug: Die Schweiz ist bemüht, die eigene Währung nicht zu teuer werden zu lassen

Auf Höhenflug: Die Schweiz ist bemüht, die eigene Währung nicht zu teuer werden zu lassen

Foto: KACPER PEMPEL/ REUTERS

Zürich - Die Schweizerische Notenbank (SNB) und die Schweizer Regierung sind laut einem Pressebericht in "intensiven" Gesprächen über eine mögliche Bindung des Franken an den Euro. Die Pläne seien "fertig" und die SNB könnte eine Fixierung des Wechselkursziels des Franken gegenüber dem Euro in den "kommenden Tagen" bekannt geben, berichtet die Schweizer "Sonntagszeitung" und beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Am Devisenmarkt sorgte der Bericht über die wohl bevorstehende Kopplung bereits für Bewegung. Am Montag fiel der Kurs des Franken gegenüber Euro und Dollar deutlich. Zum Euro betrug der Wertverlust 2,9 Prozent, zum Dollar 2,5 Prozent. Ein Euro kostete am Vormittag in Zürich 1,1408 Franken, noch am vergangenen Dienstag lag er bei 1,007 Franken. Ein Dollar wurde am Montag mit 0,7976 Franken gehandelt.

In den Unterredungen gehe es vor allem um die passende Kommunikation der Regierung, so die "Sonntagszeitung" weiter. Die SNB ist zwar unabhängig, wünsche sich aber politische Unterstützung. Eine Entscheidung könne bereits am Mittwoch (17. August) fallen. Die SNB war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der SNB-Vizepräsident Thomas Jordan in einem Interview gesagt, dass sich die Notenbank vorstellen könne, den Franken vorübergehend an den Euro zu binden. "Solange dies mit Preisstabilität in der langen Frist vereinbar ist, sind vorübergehende Maßnahmen, die den Wechselkurs beeinflussen, in unserem Mandat enthalten".

Die Schweizer Notenbank stemmt sich derzeit gegen die starke Aufwertung des Schweizer Franken. Mit dem Beginn der Börsenturbulenzen Anfang August eilte der Franken  zu Euro  und Dollar  von einem Rekord zum nächsten. Grund: Neben dem japanischen Yen gilt die Schweizer Währung als "sicherer Hafen" am Devisenmarkt, in den sich verunsicherte Anleger flüchten. Unter dem starken Franken leiden vor allem die exportorientierten Unternehmen der Schweiz. Ende vergangener Woche rutschte der Franken jedoch deutlich ab, nachdem sich Gerüchte über eine Intervention der SNB am Markt verbreitet hatten.

cr/dpa-afx