Krisenmanagement Neue Behörde für nukleare Sicherheit

Als Folge des unprofessionellen Krisenmanagements bei der Atomkatastrophe von Fukushima wird Japans bisher zuständige Behörde durch die neue Behörde für Nukleare Sicherheit ersetzt. Mehrere Hundert Mitarbeiter werden ab April für die Sicherheit in Atomkraftwerken verantwortlich sein.
Regierungschef Naoto Kan: Japan soll schrittweise aus der Atomenergie geführt werden

Regierungschef Naoto Kan: Japan soll schrittweise aus der Atomenergie geführt werden

Foto: Shizuo Kambayashi/ AP

Tokio - Wegen der Kritik an der japanischen Atomaufsichtsbehörde für ihren Umgang mit der Nuklearkatastrophe von Fukushima richtet Japan eine neue Behörde für Atomsicherheit ein. Diese solle im kommenden Jahr ihre Arbeit aufnehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Das Kabinett von Regierungschef Naoto Kan habe der Einrichtung der Behörde, die dem Umweltministerium unterstellt werden soll, zugestimmt. Die neue Behörde für Nukleare Sicherheit soll demnach mit mehreren Hundert Mitarbeitern ausgestattet werden und im April ihre Arbeit aufnehmen.

Die derzeitige Behörde für Nukleare und Industrielle Sicherheit des Landes untersteht dem Wirtschafts- und Handelsministerium. Sie war nach der verheerenden Naturkatastrophe im März, die zu einer Reihe von atomaren Unfällen im Atomkraftwerk Fukushima geführt hatten, für ihr Krisenmanagement und ihre Verbindungen zur Atomindustrie kritisiert worden.

Kan hatte jüngst als Folge der Katastrophe angekündigt, das Land schrittweise aus der Atomenergie führen zu wollen. Derzeit sind mehr als zwei Drittel aller japanischen Atomreaktoren wegen Sicherheitsüberprüfungen außer Betrieb.

Unterdessen hat Tepco damit begonnen, eine Hülle zur Abdeckung des beschädigten Reaktors 1 zu bauen, wie eine Firmensprecherin sagte. Diese Hülle solle bis Ende September fertiggestellt sein und den Reaktor vor Regen schützen, um den Austritt von radioaktivem Material zu verhindern. Tepco erwäge, auch die Reaktoren 3 und 4 mit einer ähnlichen Hülle zu schützen.

Vor genau fünf Monaten, am 11. März, hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein Tsunami die Region Fukushima verwüstet und das Atomkraftwerk Fukushima 1 schwer beschädigt.

sk/afp/dpa
Mehr lesen über