Donnerstag, 5. Dezember 2019

London Festnahmen nach erneuten Ausschreitungen  

Krawalle in London: Flammen, Gewalt, Plünderungen
DPA

Bei erneuten Krawallen von Jugendlichen sind in London in der Nacht zum Montag rund hundert Menschen festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei griffen kleine Gruppen Beamte an, plünderten Geschäfte und demolierten Polizeifahrzeuge.

London - Die Krawalle in London weiten sich aus. Nach der schweren Randale im Stadtteil Tottenham lieferten sich in der Nacht zum Montag Jugendliche in anderen Bezirken Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Polizei sprach von "Trittbrettfahrern", mehr als 100 Randalierer wurden festgenommen. Wie der Sender BBC berichtete, gab es die schwersten Krawalle im Südlondoner Stadtteil Brixton, wo mehr als 200 Jugendliche Geschäfte geplündert, Polizisten angegriffen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben sollen.

Auch in Enfield in Nordlondon sowie in den Nordostlondoner Stadtvierteln Walthamstow und Waltham Forest gab es Probleme mit randalierenden Jugendgruppen. Einige Gegenden sind für soziale Probleme bekannt.

In der Nacht zum Sonntag hatten Gewalttäter ein ganzes Viertel in Tottenham überrollt. Die Randalierer setzten Häuser, Geschäfte und Supermärkte in Brand, zündeten Polizeiautos sowie einen Doppeldeckerbus an und plünderten Läden. Von einigen Häusern blieben nur die Grundmauern, von Fahrzeugen nur Stahlgerippe übrig. Auslöser der Gewalt war der Tod eines 29-jährigen Mannes, der vergangene Woche unter bisher nicht vollständig geklärten Umständen von einem Polizisten erschossen wurde.

Bei den erneuten Ausschreitungen in der Nacht zum Montag wurden mindestens neun Polizisten verletzt. Beobachter erklärten, die Polizei hätte große Probleme gehabt, die Randalierer unter Kontrolle zu bekommen. Die Feuerwehr musste rund 50 Brände löschen. Offenbar hätten sich viele der Jugendlichen über soziale Netzwerke im Internet zu den Krawallen verabredet, berichtete die BBC.

sk/dpa

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