Goran Hadzic Serbien fasst mutmaßlichen Kriegsverbrecher

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Goran Hadzic ist verhaftet worden. Hadzic ist der letzte Verdächtige, der vom UN-Kriegsverbrechertribunal im Zusammenhang mit dem Kroatien-Krieg gesucht wurde. Serbien hofft nun auf eine weitere Annäherung an die Europäische Union.
Goran Hadzic: Seit mehr als zehn Jahren auf der Flucht

Goran Hadzic: Seit mehr als zehn Jahren auf der Flucht

Foto: Bebeto Matthews/ AP

Belgrad - Der letzte vom UN-Tribunal in Den Haag angeklagte mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher, Goran Hadzic, ist verhaftet worden. Dies hat der serbische Staatspräsident Boris Tadic bestätigt.

"Heute morgen ist er verhaftet worden", sagte Tadic. Damit habe Serbien seine internationale Verpflichtung erfüllt. "Das war unsere moralische Pflicht", so das Staatsoberhaupt weiter. Immer wieder erhobene Vorwürfe, Serbien habe Hadzic jahrelang versteckt, seien "absolut unwahr": "Serbien wusste nicht, wo er war".

Hadzic war der Präsident der serbischen Minderheit in Kroatien während des Bürgerkriegs (1991-1995). Dem 52-Jährigen wird unter anderem das Massaker serbischer Verbände im ostkroatischen Vukovar im November 1991 zur Last gelegt. Damals waren 264 Kroaten ermordet worden. Hadzic war seit mehr als zehn Jahren auf der Flucht.

Seine Verhaftung war eine Bedingung für die weitere Annäherung Serbiens an die EU. Belgrad hofft jetzt, mit der Auslieferung aller vom UN-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher bis zum Jahresende offiziell EU-Beitrittskandidat zu werden. Im Mai war der serbische General Ratko Mladic festgenommen und an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt worden.

mg/dpa
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