Berliner Universität der Künste Ai Weiwei nimmt Gastprofessur an

Der chinesische Regimekritiker Ai Weiwei hat die Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin angenommen. Allerdings sei nach wie vor ungewiss, wann eine Ausreise aus China möglich sein werde. Der Künstler bezeichnete die Einladung als große Ehre.
Kritiker der chinesischen Regierung: Ai Weiwei wurde Ende Juni auf Kaution aus der Haft entlassen

Kritiker der chinesischen Regierung: Ai Weiwei wurde Ende Juni auf Kaution aus der Haft entlassen

Foto: GRACE LIANG/ REUTERS

Berlin - Der regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei hat eine Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste angenommen. Ai habe der Universität schriftlich zugesagt, dem im April ausgesprochenen Ruf nach Berlin zu folgen, teilte die Hochschule mit. Es sei allerdings nach wie vor ungewiss, wann Ais Ausreise aus China möglich sein werde. Ai war Ende Juni nach zweieinhalb Monaten Haft auf Kaution entlassen worden. Die Berliner Hochschule hatte die Einladung während Ais Haftzeit ausgesprochen.

Universitätspräsident Martin Rennert äußerte in Berlin die Hoffnung, dass Ai "in naher Zukunft in unserer Hochschule tätig werden wird". Die Hochschule deute Ais Zusage "auch als positives Signal, was seine derzeitige Situation anbelangt". In seinem Schreiben habe Ai die Berufung als große Ehre bezeichnet, teilte die Hochschule mit. Er habe angekündigt, hinsichtlich des Antritts der von der Einstein-Stiftung finanzierten Gastprofessur mit der Universität in Kontakt zu bleiben.

Ai war am 22. Juni nach mehr als zweieinhalb Monaten in Haft auf Kaution freigelassen worden. Zu den Kautionsauflagen zählt allerdings, dass der international renommierte Künstler und prominente Kritiker der chinesischen Regierung Peking ein Jahr lang nicht ohne Erlaubnis verlassen darf. Der unter Diabetes leidende Künstler war Anfang April festgenommen und seitdem an einem unbekannten Ort festgehalten worden.

sk/afp
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