Zweite Afrika-Station Merkel eröffnet Konferenz in Angola

Aufbruch in Angola: Bisher macht China in Afrika die Wirtschaftsschlagzeilen, doch am Mittag wird Kanzlerin Angela Merkel in Angolas Hauptstadt eine Wirtschaftskonferenz eröffnen. Der Termin soll Symbolkraft haben für die künftige Bedeutung Afrikas für deutsche Unternehmen.
Eingetroffen in Angola: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von Angolas Außenminister George Chikoty begrüßt

Eingetroffen in Angola: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von Angolas Außenminister George Chikoty begrüßt

Foto: DPA

Luanda - Es ist kein Zufall, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einer ganzen Wirtschaftsdelegation heute in Angola gelandet ist. Das Land ist reich an Ölvorkommen, das Wirtschaftswachstum märchenhaft hoch. Wachstumsraten von 20 Prozent sind derzeit drin, allerdings von - aus deutscher Sicht - sehr niedrigem Niveau aus. Und es ist auch kein Zufall, dass Merkel auf der zweiten Station ihrer Afrikareise am Mittwoch Mittag in der angolanischen Hauptstadt Luanda eine Wirtschaftskonferenz eröffnet. Denn die deutsche Wirtschaft soll mit Afrika wachsen - auf jenem Kontinent also, der als letzter ein unverteilter in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen ist.

Begleitet wird die Kanzlerin in Angola dann auch heute von einer elfköpfigen prominenten Wirtschaftsdelegation, angeführt von Lufthansa-Chef Christoph Franz, und dem wohl bald neuen starke Mann der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Die Mitreise der Wirtschaftsleute ist als Botschaft gedacht und wird auch so verstanden.

"Die deutsche Wirtschaft hinkt in Afrika hinterher, obwohl Afrika unser Nachbarkontinent ist und im vergangenen Jahrzehnt einen enormen wirtschaftlichen Wandel verzeichnet hat", beklagt Hans Meier-Ewert ist Geschäftsführender Vorstand des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Speziell mittelständischen Unternehmen falle es trotz weltweiter Exporterfolge noch immer schwer, veraltete Klischees über Afrikas abzulegen.

Angola gehört nach Südafrika zu den dynamischsten Volkswirtschaften Afrikas, Ghana ist die derzeit am schnellsten nach vorne drängende. Beide Länder haben viel Öl, zu dem die Kanzlerin Zugang sucht. Im Gegenzug sollen deutsche Firmen am Ausbau der Infrastruktur beteiligt werden. Außerdem ist das südwestafrikanische Land Angola reich an Mineralien.

Viele deutsche Unternehmen scheuen sich wegen instabiler Verhältnisse, Korruption und fehlender Rechtsverbindlichkeit vor Investitionen in Afrika. Deutschland ging es lange Zeit in erster Linie um Entwicklungshilfe, Sicherheit und Menschenrechte. Bei afrikanischen Staaten hat das einen lehrmeisterlichen Eindruck hinterlassen. Geschäfte mit China werden unkompliziert gemacht, ließ etwa Kenias Premierminister Raila Odinga die deutsche Kanzlerin gestern spüren.

In Angolas Hauptstadt Luanda standen am Mittwoch Gespräche mit Staatspräsident José Eduardo dos Santos sowie dem Chef der Oppositionspartei UNITA, Isaias Samakuva, auf dem Programm. 2009 war dos Santos in Berlin und forderte deutsche Unternehmen zu Investitionen in seinem Land auf.

Deutschlands Regierungschefin erwidert einen Besuch des Staatspräsidenten dos Santos vom Februar 2009 in Berlin.

kst/rtr/dpa