Freitag, 6. Dezember 2019

Wütende Griechen Hunderte Verletzte bei Straßenschlachten

Seit Tagen Protest: Bei gewalttäigen Ausschreitungen gegen das Sparprogramm der Regierung vor dem Parlament und in der City von Athen sind allein am Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch etwa 300 Menschen verletzt worden

Die Wut der Griechen gegen das geplante zweite Sparprogramm ist groß. Während im Parlament die Abgeordneten streiten, prügeln sich vor dem Gebäude und in der Athener City die Demonstranten mit Polizisten. Es gibt hunderte Verletzte.

Athen - Vor dem griechischen Parlament aber auch in der Athener Innenstadt ist es am Mittwoch erneut zu Ausschreitungen von militanten Gegnern des Sparprogramms der Regierung gekommen. Während der Parlamentsdebatte lieferten sich etwa 200 Demonstranten vor dem Gebäude Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Im Athener Zentrum gab am Mittwochvormittag ebenfalls gewalttätige Zusammenstöße. Auch setzte die Polizei Tränengas ein, um eine Gruppe von 400 linksgerichteten Demonstranten zurückzudrängen, die unterwegs zum Syntagma-Platz vor dem Parlament waren.

Bereits am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch hatten Autonome sich vor dem Parlament Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften geliefert. Nach Angaben der Polizei wurden 42 Gewalttäter festgenommen. Mehr als 300 Menschen wurden - überwiegend leicht - verletzt, darunter 38 Polizisten.

Das rigorose Sparprogramm ist Voraussetzung für weitere internationale Hilfen für das vom Bankrott bedrohte Griechenland. Die Abstimmung über das Programm wurde am Mittwoch für den frühen Nachmittag erwartet. Die Maßnahmen umfassen neben Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen auch umfangreiche Privatisierungen.

Dagegen richtet sich auch ein 48-stündiger Generalstreik der Gewerkschaften, der am Dienstag begann. Die Gegner argumentieren, dass die Regierung bereits mit ihrem ersten Sparprogramm gescheitert sei und das neue Vorhaben die Lage des Landes noch weiter verschlimmern werde.

Das Parlament wurde am Mittwoch durch ein großes Aufgebot von Bereitschaftspolizisten vor Demonstranten abgeschirmt. Die sogenannten "Empörten", die seit Wochen auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament kampieren, haben dazu aufgerufen, das Gebäude der Volksvertretung einzukesseln.

rei/dpa/afp

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung