Andauernde Ermittlungen Ai Weiwei erhält Stadtarrest

Der chinesische Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei muss nach seiner Freilassung in Peking bleiben. Chinas Behörden ermitteln weiter gegen ihn. Daher dürfe Ai Weiwei Peking voraussichtlich ein Jahr lang nicht "ohne Erlaubnis" verlassen.
Ai Weiwei: Weiterhin unter Beobachtung

Ai Weiwei: Weiterhin unter Beobachtung

Foto: PETER PARKS/ AFP

Hamburg - Ai Weiwei steht nach seiner überraschenden Freilassung nun unter Hausarrest. Das Außenministerium in Peking bestätigte am Donnerstag, dass er auf Kaution freigelassen worden sei. Es werde aber weiter gegen ihn ermittelt und er dürfe sein Haus nicht "ohne Erlaubnis" verlassen. Diese Bedingungen seien Bestandteil der Freilassung auf Kaution. Dass Ai unter Hausarrest stehe, wollte Ministeriumssprecher Hong Lei nicht ausdrücklich bestätigen.

Der international renommierte Künstler und prominente Kritiker der chinesischen Regierung war Anfang April am Pekinger Flughafen kurz vor einer geplanten Abreise nach Hongkong und Europa festgenommen worden. Der unter Diabetes leidende 54-Jährige wurde seitdem an einem unbekannten Ort festgehalten. Nur seine Ehefrau Lu Qing durfte ihn im Mai kurz besuchen. International war Ais Festnahme scharf kritisiert worden.

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurde Ai freigelassen, nachdem er Steuervergehen gestanden habe und weil er chronisch krank sei. Er habe zudem wiederholt versprochen, seine ausstehenden Steuerschulden zu begleichen. Ai selbst wollte keine genaueren Angaben über die Umstände seiner Freilassung machen.

Einen Tag nach der Freilassung des Künstlers Ai Weiwei ist auch der in Hong Kong beheimatete Historiker Xu Zerong vorzeitig aus einem chinesischen Gefängnis entlassen worden. In einem Telefoninterview sagte Xu er sei am Donnerstagmorgen (Ortszeit) aus dem Gefängnis von Guangzhou entlassen worden. Der 57-Jährige war vor zehn Jahren wegen des Verrats von Militärgeheimnissen und illegalen Geschäften zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.

Ihm wurde vorgeworfen, Bücher über den Koreakrieg kopiert und an einen südkoreanischen Kollegen weitergegeben zu haben. Wegen guter Führung wurden ihm bereits zwei Jahre Haft erlassen.

kst/dpa/rtr
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