Umweltminister Röttgen "Wer die Netze nicht fit hält, bekommt Probleme"

Retourkutsche aus Berlin: Norbert Röttgen kritisiert die Energiepolitik Frankreichs massiv. Im Interview mit dem manager magazin wirft der Bundesumweltminister den Franzosen vor, zu wenig in die Netzinfrastruktur ihre Landes investiert zu haben.
"Energienetze sind Lebensadern": Umweltminister Röttgen übt Kritik an der französischen Energiepolitik

"Energienetze sind Lebensadern": Umweltminister Röttgen übt Kritik an der französischen Energiepolitik

Foto: dapd

Hamburg - Bundesumweltminister Norbert Röttgen äußert massive Kritik an der Energiepolitik Frankreichs. Im Interview mit manager magazin (Erscheinungstag: 24. Juni) wirft er den Franzosen vor, zu wenig in die Netzinfrastruktur ihre Landes investiert zu haben. "Die Energienetze sind die Lebensadern einer Industriegesellschaft", so Röttgen, "wer diese Adern nicht fit hält, bekommt Probleme."

Damit kontert der Minister Kritik aus dem Nachbarland am deutschen Atomausstieg. Die Franzosen sorgen sich, dass sie künftig nicht mehr genügend Strom aus Deutschland bekommen, wenn sie ihre AKW wegen zu niedriger Kühlwasserstände abschalten müssen.

Röttgen hält dieses Kalkül für "nicht verträglich" mit dem Konzept eines europäischen Energiebinnenmarktes. Anstatt in die Stromerzeugung und den Netzausbau zu investieren würde Frankreich "einseitige Abhängigkeiten" schaffen.

Auch die Tatsache, dass Frankreich den Strom für Industriekunden seit Jahren subventioniert und somit gegen das EU-Beihilferecht verstößt, kritisiert der deutsche Minister gegenüber manager magazin scharf. Diese Praxis, so Röttgen, sei "aus Sicht eines fairen Wettbewerbs ein Ärgernis". Der Europäischen Kommission wirft der CDU-Politiker vor, nicht rechtzeitig dagegen vorgegangen zu sein: "Man hätte früher eingreifen können und müssen."

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