Freitag, 6. Dezember 2019

Nordirland Schwere Krawalle in Belfast

Krawalle in Nordirland: Straßenschlachten in der Nacht
AP

In Belfast haben sich Protestanten und Katholiken die zweite Nacht in Folge Straßenschlachten geliefert. Rund 700 Menschen waren an den Auseinandersetzungen beteiligt, bei denen mit Feuerwerkskörpern und Molotow-Cocktails geworfen wurde.

Belfast - In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es die zweite Nacht in Folge zu schweren Krawallen zwischen Protestanten und Katholiken gekommen. Rund 700 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben am Dienstagabend in der Gegend um die Lower Newtownards Road im protestantischen Osten der Stadt.

Die Randalierer warfen mit Molotow-Cocktails und Feuerwerkskörpern, nach Polizeiangaben fielen auch Schüsse. Ein Fotograf der britischen Nachrichtenagentur Press Association wurde durch einen Schuss am Bein verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei weitere Menschen erlitten Verbrennungen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Bereits in der Nacht zum Dienstag waren in einer katholischen Enklave im protestantischen Ost-Belfast bis zu 500 Protestanten und Katholiken aufeinander losgegangen. Auch Polizeibeamte wurde angegriffen. Nach Angaben der Polizei waren es die schwersten Kämpfe seit Jahren.

Die britische Provinz Nordirland war bis zum Abschluss eines Friedensvertrags 1998 Schauplatz eines blutigen Konflikts zwischen katholischen Nationalisten und pro-britischen Protestanten. Dabei kamen im Lauf von drei Jahrzehnten rund 3500 Menschen ums Leben.

sk/afp

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