IEA-Bericht Atomwende löst Nachfrageschub für Gas aus

Die Nachfrage nach Gas dürfte in den kommenden Jahren stark zulegen. Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur trägt der in immer mehr Ländern erwartete Atomausstieg dazu bei. Besonders Chinas Hunger nach dem Brennstoff wächst. Im Westen sinkt die Nachfrage allerdings - aufgrund verstärkter Energiesparmaßnahmen.
Bohranlage in Deutschland: China konsumiert nach Ansicht der Internationalen Energieagentur künftig mehr Gas, der Westen spart erfolgreich

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Foto: dapd

Paris - Der Abschied von der Atomkraft in Ländern wie Deutschland kann nach Ansicht der Internationalen Energieagentur die Gasnachfrage beflügeln. "Die Nachfrage nach Gas könnte durch geringere Investitionen in den Atombereich nach dem Fukushima-Unfall weiter gestärkt werden", heißt es in dem am Donnerstag in Paris veröffentlichten Öl- und Gasmarktbericht der IEA. Im vergangen en Jahr sei der weltweite Verbrauch gegenüber 2009 mit einer der höchsten Wachstumsraten der vergangenen 40 Jahre auf 3,28 Milliarden Kubikmeter gestiegen.

Für den Zeitraum bis 2016 sagt die Agentur vor allem durch industrielle Nutzung ein anhaltend starkes Interesse voraus: "Der Stromgewinnungssektor bleibt für die Nachfrage nach Naturgas der wichtigste Schubfaktor." China sei nun viertgrößter Gaskunde. Auch im mittelfristig ebenfalls anziehenden Öl-Bereich ist das "Reich der Mitte" demnach nun ein Schwergewicht.

Die in der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengeschlossenen Industrieländer dagegen dürften durch Energiesparmaßnahmen mittelfristig eine sinkende Nachfrage verzeichnen. "Dieser Rückgang ist ausgeprägter als in unseren früheren Projektionen", schreibt die IEA. Ein Grund seien die hohen Preise gewesen.

nis/dpa-afx

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