Drohende Sparrunde Wütende Spanier blockieren Regionalparlament

Tausende Menschen haben in Barcelona gegen den Sparkurs der Regierung protestiert. Vor dem Regionalparlament kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die die Blockade des Gebäudes beenden wollte. Zahlreiche Politiker mussten per Hubschrauber zur Arbeit geflogen werden.
Proteste in Madrid (am Dienstag): Ärger über Sparmaßnahmen der Regierung

Proteste in Madrid (am Dienstag): Ärger über Sparmaßnahmen der Regierung

Foto: JOSEP LAGO/ AFP

Barcelona - In Athen wehren sich Zehntausende gegen drohende Sparwellen, und auch in Spanien flammt der Protest neu auf. Rund 2000 Demonstranten haben am Mittwoch in Barcelona aus Wut gegen geplante Ausgabenkürzungen versucht, das Regionalparlament zu blockieren. Mindestens zehn Politiker wurden mit Polizeihubschraubern zum Parlamentsgebäude gebracht.

Polizisten lieferten sich ein Handgemenge mit Demonstranten, als sie diese zurückdrängten, damit zu Fuß eintreffende Politiker das Gebäude betreten können. Die Demonstranten wollten eigentlich eine Menschenkette rings um das Parlamentsgebäude bilden, die Polizei schloss aber bereits am Dienstag die Tore des Parks, so dass sich die Protestierenden an den Eingängen versammelten. Sie riefen: "Sie repräsentieren uns nicht", und bewarfen die eintreffenden Politiker mit Gegenständen und roter Farbe.

Über Verletzte sei nichts bekannt, hieß es aus Polizeikreisen. Die spanische Zeitung "El País" berichtete aber unter Berufung auf Krankenhäuser, 23 Menschen würden wegen Verletzungen behandelt.

Kürzungen in vielen Bereichen befürchtet

Rund 400 Polizisten waren im Ciutadella-Park in Barcelona, um Demonstranten davon abzuhalten, über die Zäune des dortigen Parlamentsgebäudes zu klettern. Die Protestaktion war Teil landesweiter Proteste junger und arbeitsloser Spanier gegen den Umgang Spaniens mit der Wirtschaftskrise.

In Katalonien will die Regierung ihr Budget um zehn Prozent kürzen, um die Schuldenlast der wirtschaftsstärksten Region Spaniens einzudämmen. Von den Einsparungen sind vor allem Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Soziales betroffen.

jok/dapd
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