Reaktorsicherheit EU-Staaten konkretisieren Akw-Stresstests

Die EU-Staaten wissen jetzt, wie sie die Sicherheit der europäischen Atommeiler überprüfen wollen. So sollen die so genannten Stresstests die Simulation von Naturkatastrophen, Flugzeugabstürzen und menschlichem Versagen umfassen. Terrorismus dagegen ist offenbar kein Thema.  
Sicherheit auf dem Prüfstand: Auch das Atomkraftwerk in Grohnde dürfte dem EU-Stresstest unterzogen werden

Sicherheit auf dem Prüfstand: Auch das Atomkraftwerk in Grohnde dürfte dem EU-Stresstest unterzogen werden

Foto: Caroline Seidel/ dpa

Brüssel - Die EU-Staaten haben sich auf Stresstests für europäische Atommeiler geeinigt. Das bestätigte das Büro von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstagabend in Brüssel. Details will Oettinger am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mitteilen.

Nach ergänzenden Angaben verständigten sich die Staaten auf weitgehende Tests. Demnach sollen die Atommeiler nicht nur auf ihre Tauglichkeit bei Naturkatastrophen geprüft werden, sondern auch bei Flugzeugabstürzen und bei menschlichem Versagen. Terrorismus sei aber nicht inbegriffen, sagten Diplomaten.

Der Kompromiss kam kurz vor Beginn des G8-Gipfels in Deauville am Donnerstag. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrieländer und Russland (G8) wollen in dem französischen Seebad unter anderem über Nuklearsicherheit sprechen, um die Konsequenzen aus dem katastrophalen Atomunfall in Japan zu ziehen. Mit der Vereinbarung zu den Stresstests gehe die EU international in Führung, sagten Diplomaten.

Über die Regeln bei den Belastungstests war wochenlang gefeilscht worden. Oettinger hatte mit Vertretern der Europäischen Gruppe für nukleare Sicherheit und Abfallentsorgung (ENSREG) verhandelt. Der deutsche Kommissar pochte dabei auf glaubwürdige Tests.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihrem Gipfel Ende März die Kommission und die nationalen Aufseher damit beauftragt, Regeln für die Stresstests zu definieren

cr/dpa-afx

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