Die Wirtschaftsglosse Elvis Bin Laden

Die Meldung vom Tod Osama Bin Ladens versetzt Verschwörungstheoretiker in Erregung. Was geschah wirklich in jener Mai-Nacht in Pakistan? Am Ende des Tages wissen es nur: Die CIA, die Mafia, die Außerirdischen oder die Illuminati.
Dead or alive? Ein Platz in der Hall of Fame der Verschwörungstheorien ist Osama Bin Laden sicher

Dead or alive? Ein Platz in der Hall of Fame der Verschwörungstheorien ist Osama Bin Laden sicher

Foto: AFP

Was auch immer die US-Soldaten in der Nacht zum 2. Mai auf jenem Anwesen im pakistanischen Abbottabad getrieben haben, eins ist doch wohl sicher: Osama Bin Laden haben sie dabei nicht getötet. Der lag zu der Zeit schließlich schon längst tiefgekühlt im Keller der CIA.

Und überhaupt, Osama: War er denn wirklich verantwortlich für den 11. September, für den er jetzt angeblich büßen musste? Erfahrene Verschwörungstheoretiker wissen es besser: Die US-Regierung selbst hat die Türme gesprengt, um längst vorbereitete Kriege in Nahost zu legitimieren.

Ist doch logisch! Und wenn nicht Präsident Bush, dann doch wenigstens die CIA. Oder das FBI, die Illuminati, die Freimaurer, die Mafia, das Weltjudentum, der Betriebsrat, wer auch immer. Gründe lassen sich ja für alle konstru … Pardon, Gründe haben sie ja alle.

Das ist schließlich das schöne an einer ausgeklügelten Verschwörungstheorie: Sie ist nicht widerlegbar. Absolut keine Chance, nicht mit Argumenten, und schon gar nicht mit handfesten Beweisen. Im Gegenteil, wer sich dagegen stellt, beweist damit im Zweifel doch nur eins: Auch er gehört zu den Verschwörern!

So ist es auch im aktuellen Beispiel: Ein Foto der Leiche Bin Ladens als Beweis? Gibt es doch längst! Allerdings gefälscht. Und wissen Sie nicht: Hinter einer Bücherwand im East Wing des Weißen Hauses beschäftigt Präsident Obama schon lange vier Außerirdische, die tagein tagaus nichts anderes machen als Bilder mit Photoshop zu bearbeiten …

Nein, nein, machen wir uns nichts vor: Selbst wenn sich die US-Regierung entschlossen hätte, den Leichnam öffentlich zu präsentieren, sagen wir, zwei Wochen lang, mitten auf dem Times Square, in New York City. Wenn jeder ihn also aus nächster Nähe hätte betrachten, ihn anfassen, dran riechen, was auch immer damit hätte machen können - echte Verschwörungstheoretiker brächte auch das nicht aus der Ruhe. Wozu gibt es schließlich Lookalikes.

Deshalb ist den Ereignissen der vergangenen Tage, oder besser: dem, was unter wirklich Eingeweihten daraus gemacht wird, schon jetzt ein Platz sicher in der Hall of Fame der Verschwörungstheorien, dort also, wo alle Informationen über die ganz großen Komplotte dieser Welt zusammenlaufen.

Dort trifft Osama Bin Laden dann auf eine wahrlich illustre Gesellschaft. John F. Kennedy etwa, der ja, wie jeder weiß, von der Mafia, der CIA oder Mitgliedern der eigenen Regierung ermordet wurde, ist schon lange dabei. Ebenso

  • Lady Di (wurde vom britischen Geheimdienst umgebracht)
  • Jim Morrison (der Ex-Doors-Frontmann lebt unter dem Namen Mr. Mojo in Afrika)
  • ein Alien (lebt in einem Hangar auf einer Luftwaffenbasis in den USA)
  • weitere Aliens (treffen sich regelmäßig in Area 51, Nevada, USA, mit US-Vertretern, um über Handelsbeziehungen zu sprechen)
  • noch mehr Aliens (haben sich, verkürzt gesagt, vor Urzeiten mit den Menschen gekreuzt und beherrschen seitdem als reptiloide Hybridwesen die Welt. Darunter: Bob Hope und Kris Kristoffersen, wie der englische Ex-Fußballprofi und Sportreporter David Icke zu berichten weiß)
  • ein Mann, dessen Körper im Dunkeln leuchtet (wurde vom Stanford Research Institute gefunden)
  • der Mond (Apollo 11? Hollywood lässt grüßen!)
  • Bielefeld (gibt es gar nicht)

Und, in der Abteilung Wirtschaft:

  • der Goldpreis (wird von Zentralbanken gelenkt)
  • das Patent für einen Automotor, der nur 1,6 Liter auf 100 Kilometer verbraucht (wurde von der Autoindustrie gekauft und aus dem Verkehr gezogen)
  • die ewig leuchtende Glühlampe (könnte längst hergestellt werden, aber dann grübe sich die Lampenindustrie ja selbst das Wasser ab …)
  • Millionen Kartoffelkäfer (wurden von den Amerikanern 1950 über der DDR abgeworfen, um den Aufbau dort zu stören)

Das alles ist aber nichts gegen die eine, die ultimative Verschwörungstheorie, die Mutter aller Theorien sozusagen, gegen die auch sämtliche Spinnereien um Osama Bin Laden vollends verblassen: Es gibt tatsächlich Leute, die behaupten, Elvis Presley sei tot. Gestorben am 16. August 1977 im Alter von nur 42 Jahren auf seinem Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee.

Ist das zu fassen? Der King, tot!? Irre, oder?

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