Atomkraftwerke Schweiz bemerkt plötzlich Probleme

Eingekreist von Atommeilern: Kurz vor Deutschlands Grenze hat die Schweiz ihr Atomkraftwerk Beznau errichtet. Jetzt sind dort Mängel in der Lagerung von Brennstäben entdeckt worden, wie jene in Japans Desasterreaktor Fukushima. In anderen Schweizer Meilern tauchen weitere Sicherheitsrisiken auf.
Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz: Überprüfung ergab Sicherheitsmängel

Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz: Überprüfung ergab Sicherheitsmängel

Foto: REUTERS

Bern - Durch eine Sicherheitsüberprüfung der fünf Schweizer Atomreaktoren sind nach Angaben der Aufsichtsbehörde Schwachstellen bei der Lagerung von Brennstäben zutage getreten. "Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht aber nicht, weshalb auch keines der Schweizer Kernkraftwerke kurzfristig außer Betrieb genommen werden muss", teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat am Donnerstag mit.

Die Betreiber müssen demnach bis zum 31. August darlegen, wie sie die Mängel beheben. Die Energiefirmen BKW und Axpo kündigten an, die verschärften Vorschriften erfüllen zu können.

Der Mitteilung zufolge gibt es etwa in dem nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernten AKW Beznau Schwachstellen in dem Gebäude, wo Brennelemente gelagert werden. Die Kühlung der Becken sei nicht genügend vor Erdbeben und Überflutungen geschützt. "Die Notfallmaßnahmen zur Wiederherstellung der Kühlung nach Erdbeben oder Überflutung sind unvollständig", hieß es.

Genau dieses Problem hatte die Rettungskräfte in Japans Katastrophenreaktor Fukushima 1 zwischenzeitlich erheblich besorgt. Auch die Lagerung alter, aber strahlender Brennelemente war zwischenzeitlich riskant geworden, weil die alten Brennelemente nicht mehr ausreichend gekühlt werden konnten.

In dem Schweizer Kraftwerk Mühleberg in der Nähe der Hauptstadt Bern gibt es der Mitteilung zufolge im Notsystem keine Alternative zur Kühlung mit Flusswasser. Die Kühlung von Brennelementebecken ist zudem nicht genügend geschützt, wie die Behörde mitteilte.

Nach der Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima I überprüfen Schweizer Behörden wie in Deutschland die Sicherheit der Meiler. Die Bundesrepublik schaltete sogar die sieben ältesten Kraftwerke als Sofortmaßnahme vorübergehend ab. In der Schweiz wird nach offiziellen Angaben etwa 10 Prozent der Energie aus Atomkraft gewonnen.

kst/rtr