9,6 Prozent Wachstum Chinas Boom-Wirtschaft bollert weiter

Chinas Wirtschaft wächst rasant: Für das zweite Quartal rechnen Experten mit einem Konjunkturplus von 9,6 Prozent. Gleichzeitig warnen sie vor einer Überhitzung - und ausufernder Inflation.
Automesse in Shanghai: Boomende chinesische Konjunktur

Automesse in Shanghai: Boomende chinesische Konjunktur

Foto: PHILIPPE LOPEZ/ AFP

Shanghai/Beijing - Chinas Wirtschaft läuft auf Hochtouren, und das mit extrem hohen Zuwachsraten. Nach Schätzungen von Experten wird die Konjunktur im zweiten Quartal um 9,6 Prozent zulegen. Das geht aus einem Bericht des staatlichen Informationszentrums hervor, der am Mittwoch in der Zeitung "China Securities Journal" abgedruckt ist. Bereits im ersten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung Chinas um 9,7 Prozent zugelegt.

Sorge bereitet den Forschern, dass die Verbraucherpreise immer schneller steigen. Im März hatte die Teuerungsrate mit 5,4 Prozent den höchsten Stand seit 32 Monaten erreicht. Für das zweite Quartal gehen die Inflationsprognosen auseinander: Manche rechnen mit einem Anstieg um 5 Prozent bei den Verbraucherpreisen. Andere Volkswirte gehen davon aus, dass die Preisbeschleunigung in China im Frühjahr auf mehr als 6 Prozent steigt.

Die Regierung in Peking will die Inflation auf 4 Prozent begrenzen. Die Inflation beutelt vor allem Chinas arme Massen. Betroffen sind vor allem arme Familien, die bis zur Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben und nun in Bedrängnis geraten. Dem Land drohen soziale Unruhen.

Die Nahrungsmittelpreise waren im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,7 Prozent geklettert, was in der Bevölkerung für erheblichen Unmut sorgt. Daher nannte Ministerpräsident Wen Jiabao den Kampf gegen die Inflation die "dringendste Aufgabe" seiner Regierung.

Außenpolitisch geht China immer stärker in die Offensive. Laut einem Bericht der Londoner "Financial Times" (siehe links) treibt Peking zugleich seine globale Expansion voran: Demnach will die Volksrepublik im großen Stil in ausländische Firmen einsteigen - und steckt dafür bis zu 200 Milliarden Dollar in ihren Staatsfonds CIC.

Laut "FT" will die Regierung die eigenen Währungsreserven verringern - und ihr gewaltiges Engagement in US-Staatsanleihen zurückfahren. Mit rund 900 Milliarden Dollar ist China Amerikas größter Gläubiger.

ssu/rtr
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