Trichet-Nachfolge Frankreich will Draghi an der EZB-Spitze

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat sich für den Italiener Mario Draghi als neuen Chef der Europäischen Zentralbank ausgesprochen. Er soll im Oktober auf den Franzosen Jean-Claude Trichet nachfolgen. Bedenken wegen Draghis Tätigkeit für Goldman Sachs sind offenbar ausgeräumt.
Frankreichs Kandidat: Mario Draghi

Frankreichs Kandidat: Mario Draghi

Foto: ? Alessandro Bianchi / Reuters/ REUTERS

Rom - Frankreich unterstützt die Kandidatur des italienischen Notenbankchefs Mario Draghi für den Vorsitz der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Aufstieg Draghis an die EZB-Spitze wäre ein "sehr gutes Signal" für Italien, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi am Dienstag in Rom.

Nach dem Rückzug von Bundesbankpräsident Axel Weber gilt Draghi als Favorit für die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet, der im Oktober turnusmäßig nach acht Jahren im Amt ausscheidet. Weber, der lange als heißer Kandidat für den EZB-Chefposten galt, hatte im März auf die Bewerbung verzichtet und dies mit fehlendem Rückhalt in der Politik begründet.

Der frühere Harvard-Professor ist als Vorsitzender des Finanzstabilitätsrats (FSB) einer der Architekten der künftigen Weltfinanzordnung und in der Fachwelt höchst angesehen. Französische Bedenken wegen seiner Vergangenheit als Manager der US-Investmentbank Goldman Sachs scheinen inzwischen vom Tisch zu sein.

nis/afp
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