Sonntag, 8. Dezember 2019

Moody's Irland wegen Euro-Rettungsschirm unter Druck

Dublin: Immer weiter im Visier der Ratingagenturen

Die Ratingagentur Moody's hat Irlands Kreditwürdigkeit erneut schlechter bewertet. Anleger, die dem irischen Staat Geld leihen, könnten den Iren dafür jetzt noch höhere Zinsen in Rechnung stellen. Und der Grund dafür soll ausgerechnet der europäische Rettungsschirm für Irland sein.

Hamburg - Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Irlands um zwei Noten gesenkt. Die Note werde von bisher "Baa1" auf "Baa3" reduziert, teilte Moody's am Freitag in London mit. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit bleibe negativ. Es drohen also weitere Herabstufungen für das durch eine Bankenkrise stark belastete Land.

Die Finanzkraft der irischen Regierung könne weiter sinken, falls das Wirtschaftswachstum schwächer ausfalle als erwartet, begründete Moody's die Herabstufung. Ein weiterer Grund für die Herabstufung sei der europäische Rettungsmechanismus (ESM), der ab 2013 gelten soll. Beim ESM wird eine Beteiligung privater Gläubiger an den Kosten nicht mehr ausgeschlossen. Sollte Irland von Moody's noch einmal herabgestuft werden, dann hätten die Anleihen nur noch Ramschniveau.

Angesichts einer Abstufung der Kreditwürdigkeit Irlands und durchwachsener Vorgaben aus Übersee haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag keine klare Richtung gefunden und mehrheitlich Verluste verzeichnet. Der EuroStoxx 50 konnte seine Anfangsgewinne nicht halten und gab zuletzt um 0,08 Prozent auf 2915 Punkte nach. Der Cac-40-Leitindex in Paris verlor 0,11 Prozent auf 3966 Zähler. Lediglich das führende Londoner Aktienbarometer, der FTSE 100, legte um 0,24 Prozent auf 5978 Punkte zu.

kst/

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