Solides Wirtschaftswachstum Brüderle hebt Wachstumsprognose an

Rekordbeschäftigung, höhere Einkommen und sinkende Neuverschuldung: Deutschlands Aufschwung trotzt nach Ansicht der Bundesregierung den Krisen außerhalb der Republik. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat Deutschlands Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 2,6 Prozent angehoben.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle: Bundesregierung glaubt an Aufschwung in 2011

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle: Bundesregierung glaubt an Aufschwung in 2011

Foto: Robert Schlesinger/ dpa

Berlin - Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum angehoben. Sie erwartet für dieses Jahr jetzt eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,6 Prozent. Im Herbst waren nur 2,3 Prozent erwartet worden. Schwarz-Gelb bleibt damit etwas vorsichtiger als die führenden Ökonomen Deutschlands, die mit einem Wachstum von bis zu 3 Prozent in diesem Jahr rechnen.

"Der Aufschwung in Deutschland steht auf einem breiten Fundament", sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Berlin. Er befürchtet auch von der Katastrophe in Japan keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Selbst bei einer Ausweitung der Krise seien die Folgen für die heimische Wirtschaft verkraftbar, sagte der FDP-Politiker. Grund dafür sei, dass die außenwirtschaftlichen Verflechtungen zwischen beiden Ländern vergleichsweise gering seien.

Nicht zuletzt deshalb wird sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Regierung im laufenden Jahr fortsetzen. Die Zahl der Arbeitslosen werde 2011 im Jahresdurchschnitt auf 2,9 Millionen und 2012 auf 2,7 Millionen sinken. Im nächsten Jahr sollen mehr als 41 Millionen Deutsche erwerbstätig sein - so viele wie nie zuvor in der bundesdeutschen Geschichte.

Neue Jobs und höhere Lohnabschlüsse brächten den Arbeitnehmern zudem mehr Geld ins Portemonnaie. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte steigen nach Brüderles Angaben in diesem um im nächsten Jahr um jeweils 3,3 Prozent. Das wäre so stark, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Allerdings treiben vor allem höhere Energiepreise die Inflation an. Die Teuerungsrate wird im laufenden Jahr laut Gutachten um 2,4 Prozent anziehen, 2012 aber wieder unter die Zwei-Prozent-Marke fallen. Selbst angesichts der höheren Teuerung verbleibe unter dem Strich aber ein deutliches Kaufkraftplus, glaubt Brüderle.

Risiken für die Weltwirtschaft seien neben der Atomkatastrophe in Japan, auch steigende Rohstoffpreise und die nicht ausgestandene Euro-Schuldenkrise. Deutschlands Unternehmen seien aber widerstandsfähiger geworden, weil die Firmen neben dem Export mit der Inlandsnachfrage ein zweites starkes Standbein hätten. "Die fast schon traditionelle deutsche Konsumschwäche ist überwunden", betonte der Minister.

Die Frühjahrsprognose der Bundesregierung ist die Grundlage für die nächste Steuerschätzung im Mai.

kst/rtr/dpa-afx
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