Dienstag, 17. September 2019

Verschuldung US-Haushaltsdefizit auf Rekordhoch

US-Präsident Barack Obama: Der Demokrat hat sich in letzter Minute mit den Republikanern auf den Haushalt 2011 geeinigt

Kurz nach der Einigung im Streit über den laufenden Haushalt müssen die USA ein Rekorddefizit vermelden. Seit Beginn des Fiskaljahres im Oktober 2010 ist die Haushaltslücke auf knapp 830 Milliarden Dollar angeschwollen. Vom IWF hagelt es Kritik.

Washington - Im März kletterte der Fehlbetrag auf 188 Milliarden Dollar, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Nach einem Defizit von 192 Milliarden Dollar im März des Krisenjahres 2009 ist das der höchste jemals in diesem Monat gemessene Wert.

Der Wert liegt den 30. Monat in Folge im Minus und deutlich über dem Vorjahreswert von 65 Milliarden Dollar. Es wird erwartet, dass Präsident Barack Obama am Mittwoch einen langfristigen Plan zum Schuldenabbau vorlegt.

Nach den ersten sechs Monaten des Haushaltsjahrs betrage das Defizit dem Ministerium schon jetzt 829,4 Milliarden Dollar (572,8 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr wird mit einem Minus von geschätzten 1,5 Billionen Dollar gerechnet.

Das bisher höchste Defizit erreichte der US-Haushalt im Fiskaljahr 2008/09 mit 1,42 Billionen Dollar. Den zweithöchsten Wert erzielten die USA dann im vergangenen Haushaltsjahr mit 1,29 Billionen Dollar.

IWF drängt USA zur Haushaltskonsolidierung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängte die Regierung in Washington zu konkreten Schritten bei der Haushaltskonsolidierung. Eine "bedeutende" Anpassung sei nötig, um das Budget wieder ins Lot zu bringen, hieß es in einem IWF-Bericht. Während die meisten Industrienationen ihre Haushaltsdefizite verringerten, würden die USA - und Japan - ein Handeln aufschieben, um ihre angeschlagenen Volkswirtschaften nicht zu belasten.

In der vergangenen Woche hatten sich Republikaner und Demokraten nach zähen Verhandlungen auf Ausgabenkürzungen über 38 Milliarden Dollar geeinigt und damit einen Haushaltsnotstand verhindert. Ebenfalls schwierigere Verhandlungen drohen jedoch Mitte Mai. Dann könnte die derzeitige Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar überschritten werden. Für eine Erhöhung braucht die Regierung die Zustimmung des Kongress.

mg/rtr/dapd

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