Samstag, 25. Mai 2019

Nach Verhaftung Jahns legt Ämter bei Brain Net nieder

Christopher Jahns: Ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten
obs / Danone Deutschland
Christopher Jahns: Ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten

Der unter Untreueverdacht stehende ehemalige Präsident der Eliteschule EBS legt auch bei der Managementberatung Brain Net seine Ämter nieder. Die Firma will zur Aufklärung der Vorwürfe gegen Christopher Jahns beitragen.

Hamburg - Der unter Untreueverdacht stehende und am Montag verhaftete Präsident der European Business School (EBS), Professor Christopher Jahns, hat seine Ämter bei der Managementberatung Brain Net mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zuvor hatte Jahns diese Ämter bereits ruhen lassen. Als Grund hierfür nannte er gegenüber dem Verwaltungsrat und dem Partnerkreis der Gruppe die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn. Bereits am Dienstag war Jahns von seinem Amt an der Spitze der Wiesbadener Hochschule zurückgetreten.

"Für uns gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Wir unterstützen auch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Herrn Jahns im Sinne einer schnellen und rückhaltlosen Aufklärung des Sachverhalts", kommentierte Christian Rast, Chef der Brain-Net-Gruppe, diese Entscheidung. Jahns sei zu keiner Zeit in die operative Führung der BrainNet-Gruppe eingebunden gewesen. Als international anerkannter Experte habe er das Unternehmen bei strategischen Fragestellungen lediglich beraten, hieß es weiter.

Jahns war am Montag von Frankfurter Ermittlern aus dem Bett geklingelt und verhaftet worden. Die Fahnder des Landeskriminalamts durchsuchten neben Jahns' Frankfurter Privatwohnung auch mehrere Gebäude der EBS, beschlagnahmten Computer und Akten. Es bestand der "Verdacht der Untreue", sagte der Wiesbadener Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse. Der Haftbefehl wurde wegen "Verdunkelungsgefahr" ausgestellt.

Im Fokus der Ermittlungen steht ein Konglomerat aus Firmen in Deutschland und der Schweiz, an dem Jahns beteiligt ist, vor allem die Beratungsgruppe Brain Net. Ein BrainNet-Manager sitzt im EBS-Stiftungsvorstand, Jahns wiederum firmiert in diversen BrainNet-Unternehmungen als Verwaltungsrat. Als EBS-Präsident Jahns, so der Vorwurf, habe er den Unternehmen mit dem Verwaltungsrat Jahns lukrative Aufträge in Höhe von Hunderttausenden Euro zugeschanzt. Jahns hat die Vorwürfe immer bestritten, ließ jedoch seit Mitte März sein Präsidentenamt ruhen. Jetzt klären die Ermittler, was am Untreuevorwurf dran ist.

manager magazin

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