Verstrahlte Schiffe Holland kontrolliert ab Mitte April

Der Hafen von Rotterdam, der größte Europas, will alle Schiffe auf Radioaktivität untersuchen, die seit der Atomkatastrophe von Fukushima japanische Gewässer durchfahren haben. Kontrollieren wollen die Niederländer vor der Hafeneinfahrt.
Hafen Rotterdam: Größter Port Europas will Schiffe aus Japan auf Verstrahlung kontrollieren

Hafen Rotterdam: Größter Port Europas will Schiffe aus Japan auf Verstrahlung kontrollieren

Foto: frm/ picture-alliance / dpa

Rotterdam - "Die Kontrollen werden vor allem stattfinden, bevor die Schiffe in den Hafen einlaufen", sagte Hafensprecher Tie Schellekens am Montag. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Das erste Schiff aus Japan werde Mitte April erwartet, bis dahin solle das genaue Verfahren zwischen Hafenbehörde, Zoll, Umweltbehörden und regionalen Rettungsdiensten geklärt sein.

Die Hafenbehörde rechne jedoch nicht mit Werten oberhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte. 90 Prozent der Schiffe in Rotterdam seien Containerschiffe, die nicht auf direktem Wege kämen, sondern in anderen Häfen wie zum Beispiel Singapur Zwischenstation machten. "Wenn es einen Hafen auf der Welt gibt, wo die Schiffe sorgfältig inspiziert werden, ist das Singapur", betonte der Hafensprecher. Von dort habe es bislang noch keine negativen Meldungen gegeben.

Große Sorgen bereiteten der Hafenbehörde jedoch Schiffe mit Auto-Lieferungen, die zehn Prozent des Handels zwischen Japan und den Niederlanden ausmachten und Rotterdam direkt ansteuern würden, sagte Schellekens. Jährlich werden in Rotterdam rund zwei Millionen Tonnen Container und Autos aus Japan umgeschlagen.

Auch in den deutschen Hafenstädten Hamburg und Bremen beraten Experten derzeit über den richtigen Umgang mit atomar belasteten Frachtern. Der Zoll verschärfte seine Kontrollen an den Flughäfen.

kst/rtr
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