Arbeitslosigkeit Mehr Hartz-IV-Empfänger finden Jobs

Die Bundesagentur für Arbeit hat einen Vermittlungsrekord geschafft. Im vergangenen Jahr sind mehr Hartz-IV-Empfänger in Arbeit oder Ausbildung vermittelt worden als je zuvor. Eine Million Betroffene haben davon profitiert - allerdings bei weitem weniger auch dauerhaft.
Büroalltag: Vermittlungserfolg für Bundesagentur für Arbeit

Büroalltag: Vermittlungserfolg für Bundesagentur für Arbeit

Foto: Corbis

Nürnberg - Im vergangenen Jahr sind mehr Hartz-IV-Empfänger in Arbeit oder Ausbildung vermittelt worden als je zuvor. 2010 konnten insgesamt eine Million Leistungsbezieher ein neues Beschäftigungsverhältnis aufnehmen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag bestätigte. Das sei die höchste Quote seit Einführung der Hartz-Reformen im Jahr 2005.

Die Vermittlungszahlen von 2010 sind laut Bundesagentur die höchste Quote seit Einführung der Hartz-Reformen im Jahr 2005. Besonders erfreulich sei die hohe Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse, sagte eine BA-Sprecherin. Verbesserungen bei der Vermittlung gebe es bundesweit in fast allen Regionen.

Demnach behielt jeder zweite Vermittelte den neuen Job länger als sechs Monate. Die Zahl der Dauerarbeitslosen konnte seit 2006 um 37 Prozent auf 784.000 gesenkt werden, wobei die Zahlen der zugelassenen kommunalen Träger - der sogenannten Optionskommunen - nicht berücksichtigt wurden. Die Zahl der Jugendarbeitslosen sei im selben Zeitraum um 41 Prozent auf 178.000 gesunken, berichtete die "Bild"-Zeitung am Dienstag.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach erklärte in Berlin, die Zahlen "können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bundesregierung nichts unternimmt, um den Arbeitslosen Hartz IV zu ersparen". Das Grundproblem sei, dass jeder vierte Beschäftigte beim Verlust des Jobs direkt ins Hartz-IV-System abstürze. "Absolut waren dies im Jahr 2010 mehr als 700.000 Menschen, die aus einer sozialversicherten Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitslos geworden sind", erklärte Buntenbach.

kst/afp/dpa-afx
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