Hohe Exporte 20,7 Prozent Plus zum Jahresschluss

Deutschlands Unternehmen haben im letzten Quartal 2010 so viele Waren in die Welt verkauft, wie lange nicht mehr. Ihre Ausfuhren schossen um 20,7 Prozent verglichen mit der allerdings schwachen Vorjahresperiode in die Höhe. Deutschlands wichtigster Handelspartner war Frankreich.
Container-Terminal in Bremerhaven: Deutscher Export steigt mit globaler Wirtschaftserholung

Container-Terminal in Bremerhaven: Deutscher Export steigt mit globaler Wirtschaftserholung

Foto: dapd

Wiesbaden - Die deutschen Exporte sind gegen Ende des vergangenen Jahres noch einmal besonders stark gestiegen. Die Unternehmen hierzulande führten im vierten Quartal 2010 Waren im Wert von insgesamt 256,3 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das waren 20,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr 2010 waren die Ausfuhren um 18,5 Prozent gestiegen. Preisbereinigt blieb in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres ein Plus von 14,7 Prozent über. Im vorangehenden Krisenjahr 2009 war der Außenhandel drastisch eingebrochen.

Die wichtigsten Handelspartner für Deutschland waren 2010 Frankreich, die Niederlande und Großbritannien. Die Exporte nach Frankreich mit einem Plus von 12,2 Prozent auf 24,0 Milliarden Euro und nach Großbritannien mit einem Plus von 12,1 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro sind dabei unterdurchschnittlich gewachsen. In die Niederlande betrug das Plus hingegen 29,9 Prozent, womit der Wert der ausgeführten Waren auf 17,2 Milliarden Euro wuchs. Insgesamt stiegen die Ausfuhren in die Nicht-Euro-Länder der EU stärker als in die Staaten mit der Gemeinschaftswährung.

Größter Abnehmer deutscher Waren außerhalb der Europäischen Union waren die USA, die aber nur noch knapp vor China lagen. In die Vereinigten Staaten lieferten deutsche Firmen Waren im Wert von 17,6 Milliarden Euro, ein Plus von 24,8 Prozent. In die Volksrepublik schossen die Exporte um 39,4 Prozent in die Höhe und erreichten 14,7 Milliarden Euro. Auch in die anderen aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, Russland und Indien exportierte Deutschland deutlich mehr Waren als noch 2009.

Die deutschen Exporteure machen nach der Krise auch wieder deutlich bessere Geschäfte mit Russland. Im vergangenen Jahr lieferten die Firmen Waren im Wert von 26,4 Milliarden Euro ins größte Land der Welt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dies war ein Umsatzplus von 28 Prozent, das Niveau von vor der Finanzkrise wurde damit allerdings noch nicht erreicht. Denn im Rezessionsjahr 2009 waren die Exporte wegen des Konjunktureinbruchs in Russland um gut 36 Prozent zurückgegangen. Im vierten Quartal 2010 zogen die Exporte sogar um fast ein Drittel an. Deutschland liefert vor allem Maschinen, Autos und Chemieprodukte gen Osten. Die Importe aus Russland stiegen im vorigen Jahr um rund 26 Prozent auf 31,8 Milliarden Euro. Etwa 72 Prozent der Einfuhren entfallen auf Erdöl und Erdgas, Metalle machen rund 11 Prozent aus.

Die Einfuhren nach Deutschland wuchsen im vierten Quartal stärker als im Gesamtjahr: Sie lagen in den letzten drei Monaten 2010 um 26,7 Prozent über dem Niveau zum Jahresende 2009 und betrugen 217 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr betrug das Plus 20 Prozent.

kst/rtr/dpa-afx
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