Freitag, 6. Dezember 2019

EU-Bankenaufsicht Mehr Druck auf Wackelbanken 

Bankenlandschaft Deutschland: Wie wird sie in einem neuen Stresstest abschneiden?

Die Bankenaufseher wollen beim diesjährigen Stresstest für die größten Institute in Europa die Zügel straffen. Die neue europäische Bankenaufsicht EBA will erreichen, dass der Stresstest mehr Eindruck auf die Märkte macht.

London - Der Chef der neuen EU-Bankenaufsicht EBA, Andrea Enria, fordert von den Staaten klare Vorgaben für Banken mit Geldproblemen. Bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse des neuen Stresstests Ende Juni sollten die Länder Regelungen finden, um mögliche Kapitallücken zu füllen, ließ Enria laut "Financial Times" die Finanzminister wissen. Die Behörde in London präsentierte am Freitag die offiziellen Kriterien für den Stresstest, an dem rund 88 Banken teilnehmen sollen, davon 13 aus Deutschland.

Enria sprach sich dafür aus, den durchfallenden Banken eine klare Frist zu setzen, innerhalb der sie sich neues Geld besorgen müssen. Auch für Fastdurchfaller verlangte Enria dem Bericht zufolge Konsequenzen.

Die EBA will mit einer höheren Hürde für das Bestehen der Belastungsprobe und mit konkreten Konsequenzen für Durchfaller und Wackelkandidaten erreichen, dass der Stresstest mehr Eindruck auf die Märkte macht. "Wir haben die Übung recht deutlich verschärft. Das ist für einen glaubwürdigen Test wichtig", erklärte Enria.

Damit will er die Fehler aus dem ersten Stresstest im vergangenen Jahr vermeiden. Dieser erwies sich als Farce. So musste Irland seine Großbanken mit milliardenschweren Kapitalspritzen vor dem Kollaps bewahren - beim Stresstest wenige Wochen zuvor waren die Institute noch gut durchgekommen. Lediglich sieben von 91 überprüften Banken scheiterten, aber auch daraus zogen die Aufsichtsbehörden damals keine klaren Konsequenzen.

Bei dem neuen Stresstest wird untersucht, ob eine Bank bei einem Wirtschaftsabschwung und einem Zinsschock genug Kapital hat. Der Fragebogen werde noch in diesem Monat verschickt, die Ergebnisse sollen im Juni vorliegen.

go/dpa/rtr

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