Wegen Ölpreis Leben in den USA wird deutlich teurer

Es ist der stärkste Zuwachs seit anderthalb Jahren: Der steigende Ölpreises treibt die US-Verbraucherpreise nach oben. Das Vertrauen der Konsumenten in die Zukunft sinkt, eine Leitzinserhöhung ist dennoch nicht in Sicht.
Supermarkt in Arizona: Weiterer Preisanstieg erwartet

Supermarkt in Arizona: Weiterer Preisanstieg erwartet

Foto: Kevork Djansezian/ Getty Images

Washington - Der Höhenflug des Ölpreises treibt die US-Verbraucherpreise nach oben. Das Leben in den Vereinigten Staaten verteuerte sich im Februar so stark wie seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr. Die Preise kletterten um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Juni 2009. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Preise um 2,1 Prozent zu.

Klammert man die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Preise aus, fiel die Inflation in der Kernrate jedoch gegenüber dem Vormonat mit 0,2 Prozent relativ gering aus. Experten gehen daher davon aus, dass die US-Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke den Leitzins vorerst nicht erhöhen und ihre lockere Geldpolitik fortsetzen.

"Wahrscheinlich wird die Fed wieder darauf hinweisen, dass es sich um eine vorübergehende Entwicklung handelt. Das ist nicht nachhaltig", sagte Ökonom Tom Porcelli von RBC Capital Markets in New York über den jüngsten Preisschub. Angesichts der anziehenden Teuerung hatte die US-Notenbank jüngst angekündigt, sie werde die Inflationsentwicklung genau im Auge behalten.

Die steigende Benzinpreise führten dazu, dass die Amerikaner die wirtschaftlichen Aussichten und ihre persönlichen Finanzen pessimistischer einschätzten. Das Verbrauchervertrauen sank auf den niedrigsten Stand seit August vergangenen Jahres. Der Bloomberg-Consumer-Comfort-Index fiel in der vergangenen Woche auf minus 48,5. Die Woche davor lag er noch bei minus 44,5. Der Index reicht von plus 100, wenn jeder Teilnehmer in allen Bereichen eine positive Einschätzung abgibt, bis zu minus 100, wenn alle Ansichten negativ sind.

Langsame Konjunkturerholung in den USA

Für die kommenden Monate rechnen Volkswirte mit einem weiteren Anstieg der Verbraucherpreise. Wenn die Konjunktur in den Vereinigten Staaten weiter anziehe, dürften die Raten bei der Kerninflation steigen, hieß es in einer ersten Einschätzung der Postbank .

Zuletzt hatte die Notenbank das Konjunkturbild in den USA in der Tat etwas rosigeren Farben gemalt und auf eine schrittweise Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt verwiesen. Dies belegen auch die jüngsten Daten der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die sich in der vorigen Woche um 7000 auf 386.250 verringerten. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2008. Zugleich blieb die Zahl die dritte Woche in Folge unter der Marke von 400.000. Die Arbeitslosenrate war im Februar auf 8,9 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit April 2009 gefallen.

Einen kleinen Dämpfer musste allerdings das Produzierende Gewerbe hinnehmen: Der Ausstoß sank um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Wichtigster Grund für den Rückgang ist das ungewöhnlich warme Wetter in einigen Teilen des Landes, das die Energieproduktion beeinträchtigte.

kst/rtr/dapd/dpa-afx
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