EU-Rettungsschirm Irland hat elf Milliarden Euro abgerufen

Irland hat bereits erste Mittel aus dem Rettungsschirm von EU und Internationalem Währungsfonds erhalten. Insgesamt stehen dem Land zur Bewältigung seiner Bankenkrise rund 85 Milliarden Euro zur Verfügung. Einen Neuanfang soll es nun auch durch Neuwahlen geben.
Bankenkrise in Irland: Im Jahr 2010 lag das Haushaltsdefizit bei 32 Prozent

Bankenkrise in Irland: Im Jahr 2010 lag das Haushaltsdefizit bei 32 Prozent

Foto: Paul Mcerlane/ dpa

Dublin/London - Aus dem Krisenmechanismus der Euro-Staaten sei ein Darlehen über fünf Milliarden Euro geflossen, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Der Internationale Währungsfonds habe am 18. Januar 2011 5,8 Milliarden Euro überwiesen.

Irland hatte Ende November nach langem Zögern beschlossen, unter den Rettungsschirm von EU und Währungsfonds zu schlüpfen. Die Schuldenlast nach einer schweren Bankenkrise war zu erdrückend geworden. Insgesamt sind für die Irland-Rettung maximal 85 Milliarden Euro vorgesehen, 17,5 Milliarden Euro davon will das Land aus eigenen Töpfen aufbringen.

Irland hatte im vergangenen Jahr nach immer neuen staatlichen Finanzspritzen für die Banken sein Haushaltsdefizit auf das Rekordniveau von 32 Prozent geschraubt. Die Bilanzen der Banken hatten einer Erhebung des Internationalen Währungsfonds zufolge das Fünffache des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Die Verkleinerung des Bankensystems ist eines der Hauptziele des Restrukturierungsprogrammes.

Irland steht nach einer schweren Regierungskrise nun auch politisch vor einem Neuanfang. Ministerpräsident Brian Cowen hat für 11. März eine Neuwahl angekündigt.

mg/dpa-afx
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